Di, 12. Dezember 2017

Katze aus dem Sack?

16.03.2015 06:00

"Vollständiger Schuldenschnitt Preis für 'Grexit'"

Nachdem der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos erst am Samstag vor einem Dominoeffekt im Falle eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone gewarnt hatte, kamen am Sonntagabend plötzlich wieder völlig andere Töne aus Athen. Der Berater des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras sagt: Ein vollständiger Schuldenschnitt sei der Preis für den sogenannten Grexit.

Am Samstag war es Kammenos, der via "Bild"-Zeitung für Aufsehen sorgte. "Wenn Griechenland explodiert, dann als Nächstes Spanien, Italien. Und irgendwann Deutschland. Wir müssen deshalb einen Weg innerhalb des Euro finden", polterte der Rechtspolitiker. Erneut in der "Bild" ließ nun aber Tsipras-Berater Costas Lapavitsas "die Katze aus dem Sack", wie die Zeitung schreibt.

"Euro-Zone ist gescheitert"
Der linke Syriza-Abgeordnete erklärt in dem Interview deutlich, dass wenn Griechenland "alle Schulden erlassen" würden, ein "geordneter Rückzug" Athens aus der Euro-Zone die Folge wäre. Sowohl die Euro-Zone, die "abgesehen von Beschäftigungszahlen" auch der deutschen Bevölkerung keine Vorteile gebracht habe, als auch die griechische Sparpolitik sieht der Tsipras-Berater als gescheitert. Der Wirtschaftswissenschaftler - Lapavitsas lehrt unter anderem an der Universität London und schreibt für den "Guardian" - sieht den Schuldenschnitt für Griechenland als völlig unabdingbar.

"EZB muss für Stabilität sorgen"
Sofern die EZB dann auch die griechischen Banken so lange stütze, bis die griechische Zentralbank wieder liquid sei, stehe einem Ausstieg aus der Euro-Zone demnach nichts im Wege. Nach einer Übergangsphase mit zwei Währungen würde nach und nach die nationale Währung dominieren, wenn der Staat in dieser Währung Steuern einhebe, ist sich Lapavitsas sicher. Der vorerst fallende Wechselkurs sei "zu vernachlässigen".

"Das ist der Preis, den Europa zahlen muss"
Zu vernachlässigen bzw. akzeptieren seien für die EU bzw. die EZB auch die zusätzlichen Kosten, die durch Schuldenschnitt und Wiederaufbau der griechischen Zentralbank entstünden, betont der Tsipras-Berater. "Das ist der Preis, den Europa zahlen muss, damit sich Griechenland aus der Euro-Zone verabschiedet."

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