Fr, 24. November 2017

60 Prozent Minus

15.03.2015 20:22

Parkstrafen vertreiben Ausflügler vom Gaisberg

Bis zu 500 hungrige Gäste bewirtet Kohlmayr’s Gaisbergspitz auf 1275 Metern Seehöhe. Bei schönem Wetter strömen nicht nur Wanderer, sondern auch Besucher mit Autos auf den Hausberg der Salzburger. Seit Februar dürfen allerdings viele nicht mehr zu den Wirten Kohlmayr’s und Wirtschaft am Spitz zufahren.

Strahlender Sonnenschein und ein kühles Bier mit Blick über die Stadt. Dass bieten die Zistelalm, Kohlmayr’s Gaisbergspitz und die Wirtschaft am Spitz. Durch eine neue Verordnung ist jedoch alles anders: Besucher mit Autos dürfen nicht mehr auf den Berg hinauf oder werden oben an der Spitze für Falschparken bestraft – und das, obwohl es kein Halte- oder Parkverbot-Schild gibt. Der Grund: Jene Gäste, die bereits am Vormittag mit dem Auto nach oben fahren, parken die Straße zu und behindern somit andere Besucher, Lieferanten und Einsatzkräfte. "Das ist einfach ein Unding. Es herrscht absolutes Chaos. Dass die Polizei da reagieren muss, ist klar", sagt Heinz Reifecker von der Wirtschaft am Spitz. Ärger gibt es trotzdem. Denn die Polizei sperrt die die Auffahrt auch, wenn noch Parkplätze frei sind.

Sogar Lieferanten werden belangt
Bis zu 60 Prozent Umsatz büßen vor allem die beiden Wirte an der Spitze durch die Sperren und Strafen ein. Denn niemand der Gäste will die Parkstrafe von 25 Euro zahlen. "Unser Gastgarten ist so gut wie leer. Selbst Reservierungen dürfen nicht rauf", ist Karin Kohlmayr verärgert. Eigentlich ist die Zufahrt zu den Häusern 30, 32 und 40 für Anrainer – und somit auch Mitarbeiter und Lieferanten – erlaubt. Doch auch sie werden von den Ordnungshütern bestraft. "Ich wollte lediglich die Erlöse einer Charity-Veranstaltung abholen. Dafür muss ich direkt vor das Gasthaus. Als ich wieder raus kam, hatte ich bereits einen Strafzettel", klagt Brigitta Höck.

Dass die 8,6 Kilometer lange Straße bei voller Auslastung gesperrt werden muss, sehen alle Beteiligten ein. Die Situation der vergangenen Wochenenden erhitzt jedoch die Gemüter. Polizei-Einsatzleiter Walter Greisberger kann den Unmut verstehen. Seine Anweisungen sind jedoch klar. "Wenn es oben zu voll ist, wird gesperrt." Drei Beamte am Berg kontrollieren die Park-Situation. Via Funk geben sie die aktuelle Lage an die Kollegen weiter. Wie es künftig weiter geht, weiß niemand. Einen Lösungsvorschlag gibt es bereits: "Wir brauchen einen großen Parkplatz in Guggenthal. Von dort aus soll alle 30 Minuten ein Shuttle-Bus rauf fahren." Die Idee haben sie bereits Heinz Schaden vorgeschlagen. Interessantes Detail: Bis zum Jahr 1928 gab es eine Zahnradbahn. Sie hat die Gäste bis zur Spitze befördert – eventuell auch eine Lösung.

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