Di, 17. Oktober 2017

Orden für Schulz

20.02.2015 15:22

Faymann feuert Salve gegen „Spekulanten“ ab

Bundeskanzler Werner Faymann hat am Freitag seinem sozialdemokratischen Parteifreund, EU-Parlamentschef Martin Schulz, bei einem Festakt im Bundeskanzleramt die zweithöchste Ehrung der Republik verliehen - und dabei mehr soziale Gerechtigkeit in Europa gefordert. Er wolle nicht nur "ständig über die Liberalisierung der Märkte" reden, sagte Faymann.

Man müsse fragen, wem die EU Vorteile bringe, "Spekulanten" und "großen Konzernen" oder der Bevölkerung. Der Kanzler würdigte Schulz als einen, der sich "nicht an diplomatische Gepflogenheiten" halte und sage, was "politisch Sache ist". Mit seiner Haltung habe der Deutsche dem EU-Parlament Respekt bei den Regierungschefs verschafft.

Schulz erhielt das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich. Die einzige höhere Auszeichnung, der Groß-Stern des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich, ist dem Bundespräsidenten vorbehalten. Nationalratspräsidentin Doris Bures sagte bei der Begrüßung, Schulz habe sich um die Beziehung der Parlamente in der EU verdient gemacht. Er habe damit "über die Parteigrenzen hinweg bewiesen, dass er es ernst meint mit der Demokratisierung" Europas.

Schulz: "Das ist ein Moment, der mich sehr bewegt"
Der EU-Parlamentspräsident zeigte sich bei der Annahme der Ehrung gerührt. "Das ist ein Moment, der mich sehr bewegt", sagte er in seiner Dankesrede, in der er an die "Brüche" in seiner Lebensgeschichte erinnerte. Europa müsse allen eine Chance bieten, sagte er. "Der soziale Friede muss jeden Tag erkämpft werden." Daran erinnere nicht zuletzt die Pracht der Hofburg und der in der Monarchie errichteten Wiener Ringstraßengebäude. "Wie viel die armen Leute haben malochen müssen, um das zu bezahlen."

Bei dem Festakt erwiesen Schulz neben Faymann und Bures auch Kanzleramtsminister Josef Ostermayer, der Wiener Bürgermeister Michael Häupl und der ehemalige SPE-Fraktionschef Hannes Swoboda (alle SPÖ) die Ehre. Das Europäische Parlament war durch Vizepräsidentin Ulrike Lunacek von den Grünen und den ÖVP-Abgeordneten Othmar Karas vertreten.

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