So, 22. Oktober 2017

Kampf gegen Terror

09.02.2015 14:16

Putin wettert gegen „plumpe“ Anti-IS-Koalition

Russlands Präsident Wladimir Putin hat vor einem Staatsbesuch in Ägypten den Kampf der internationalen Allianz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat scharf kritisiert. Durch "plumpes und unverantwortliches Eingreifen von außen" sei die Lage im Irak und in Syrien erst zu dem geworden, was sie heute ist, sagte der Kremlchef in einem Interview mit der ägyptischen Staatszeitung "Al-Ahram". Die US-geführte Anti-IS-Allianz hat unterdessen eine irakische Bodenoffensive gegen die Dschihadisten angekündigt, die "in den kommenden Wochen" beginnen soll.

Strategie und Taktik der von den USA geführten Allianz seien "unverhältnismäßig im Vergleich zu der realen Bedrohung", sagte Putin in dem am Montag veröffentlichten Gespräch. Der russische Präsident weilt von Montag an zu einem zweitägigen Besuch in Ägypten. Mit seinem ägyptischen Amtskollegen Abdel Fattah al-Sisi will er über einen Ausbau der bilateralen Beziehungen und den internationalen Kampf gegen den Terrorismus sprechen.

Jordanien vermeldet Zerstörung von 56 IS-Zielen
Die Anti-IS-Koalition hat unterdessen ihre Angriffe gegen die Dschihadisten fortgesetzt. So fügte die jordanische Luftwaffe, die Teil der US-geführten Anti-Terror-Allianz ist, den Extremisten seit der Wiederaufnahme ihrer Luftangriffe in der Vorwoche - eine Reaktion auf die grausame Hinrichtung ihres Kampfpiloten Muath al-Kasaesbeh durch den IS - nach eigenen Angaben schwere Schäden zu. Seit Donnerstag seien bei zahlreichen Bombardierungen 56 Ziele zerstört worden, sagte der jordanische Luftwaffenchef Mansour al-Jbour.

Unter den zerstörten IS-Zielen seien Ausbildungslager, Munitions- und Treibstoffdepots, Nachschubzentren, Kasernen und militärische Ausrüstung gewesen. Insgesamt habe der IS durch die Luftangriffe rund 20 Prozent seiner Ressourcen für eine Ausweitung der Gebiete unter seiner Kontrolle verloren, sagte Jbour. Auch seine Einnahmen aus dem Ölgeschäft seien empfindlich gestört.

Der Luftwaffenchef kündigte an, die jordanische Luftwaffe werde ihre Offensive in den kommenden Tagen weiter ausweiten. "Wir sind entschlossen, diese terroristische Bande zu vernichten", fügte der Generalmajor hinzu. Wo genau die Angriffe geflogen wurden, ließ er offen. Laut Außenminister Nasser Judeh ist die jordanische Luftwaffe sowohl in Syrien als auch im Irak aktiv.

US-Koordinator kündigt irakische Bodenoffensive gegen IS an
Der für die internationale Militärkoalition gegen den IS zuständige US-Koordinator John Allen kündigte unterdessen eine Bodenoffensive der irakischen Armee gegen die Dschihadisten an. Er sagte der jordanischen Nachrichtenagentur Petra, die "bedeutende Gegenoffensive" werde "in den kommenden Wochen" beginnen und diene dazu, die vom IS kontrollierten Gebiete zurückzuerobern.

Allens Worten zufolge sollen die irakischen Truppen von der Militärkoalition massiv unterstützt werden. Die USA würden ihrerseits alles unternehmen, um die Iraker zu unterstützen, fügte der US-Koordinator mit dem Verweis auf Waffenlieferungen und Ausbildung der Kräfte hinzu.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).