Di, 24. Oktober 2017

720 Euro Geldstrafe

10.06.2014 12:27

Auf Bus geschossen: Klagenfurter (18) verurteilt

Jener 18 Jahre alte Klagenfurter, der vor gut drei Wochen mit einer CO2-Pistole auf einen Linienbus geschossen hatte, ist am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt wegen schwerer Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 720 Euro (180 Tagessätze) verurteilt worden. Der Bursche sagte, der Busfahrer hätte ihn zuvor geschnitten, er habe aus Wut auf den Bus gefeuert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Auf Befragung von Richter Alfred Pasterk erzählte der Angeklagte, dass er im Auto seiner Mutter auf dem Weg zur Arbeit gewesen sei, als er wegen des Busses, der blinkte und aus der Haltestelle fuhr, stark abbremsen musste. An der nächsten Kreuzung reihte sich der Bus dann links ein, er selbst fuhr auf der rechten Spur vor, ließ das Fenster hinunter, nahm die Gaspistole und schoss zwei Mal auf den Bus der Klagenfurter Stadtwerke.

Zwei Scheiben wurden beschädigt, das Sicherheitsglas zersplitterte jedoch nicht. Die Projektile drangen nicht durch das Glas. Verletzt wurde niemand, es entstand ein Sachschaden von mehr als 3.000 Euro (Bericht siehe Infobox).

Der junge Mann fuhr nach den Schüssen weiter. Da sich ein Passant das Kennzeichen gemerkt hatte, wurde der 18-Jährige kurze Zeit später an seinem Arbeitsplatz festgenommen. Seinen Job als Installateur sei er jetzt los, sagte er bei Gericht.

"Heftige Gemütsregung" führte zu Schüssen
"Warum führen Sie überhaupt eine CO2-Pistole in einem Auto mit?", fragte Richter Pasterk. "Ich wollte mich bei einem Sportschützenverein anmelden", antwortete der 18-Jährige. Auf Nachfrage gab er dann zu, dass er die Waffe, die es im Versandhandel um weniger als 100 Euro gibt, schon länger im Auto gehabt habe. Er habe schon öfter damit geschossen und daher gewusst, dass die Projektile eine Fensterscheibe beschädigen, diese jedoch nicht durchschlagen.

Staatsanwältin Nicole Zwirn forderte eine harte Strafe: "Man muss klarstellen, dass ein solches Verhalten unter keinen Umständen geduldet werden darf." Der Verteidiger wies auf die "heftige Gemütsregung" hin, die seinen Mandanten zu den Schüssen veranlasst habe. Eine Gefährdung für die Insassen hätte zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Richter schöpfte Hälfte des Strafmaßes aus
Das Urteil fiel deutlich aus: Der Angeklagte wurde zu 180 Tagessätzen verurteilt - bei einem Strafrahmen von 360 Tagessätzen oder zwei Jahren Freiheitsstrafe. Der Richter schöpfte also die Hälfte des Strafmaßes aus, obwohl er die Unbescholtenheit und das Geständnis des Angeklagten als Milderungsgründe anerkannte. Pasterk: "Es stand ja auch die Frage der Diversion im Raum, die aber in diesem Fall nicht möglich ist. Die Abgabe von Schüssen im Straßenverkehr kann nicht toleriert werden."

Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Der Spruch ist daher nicht rechtskräftig.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).