So, 17. Dezember 2017

Haft statt Heirat

25.11.2013 11:20

Liebe à la Romeo und Julia bewegt arabische Welt

Eine Liebesgeschichte, die an Shakespeares Romeo und Julia erinnert, bewegt derzeit die arabische Welt: Huda Al-Niran ist gegen den Willen ihrer Familie illegal aus Saudi-Arabien in den Jemen eingereist, um ihren Freund Arafat Mohammed zu heiraten. Stattdessen sitzen nun beide im Gefängnis, der Frau droht die Ausweisung. In der Öffentlichkeit und zwischen den Ländern gehen die Wogen hoch.

Die Familie habe Huda Al-Niran die Hochzeit mit Arafat verboten, berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur AFP. Doch die 22-Jährige habe sich gewehrt und sei mit ihm geflohen - illegal in den Jemen, wo sie den 25-Jährigen heiraten wollte. Doch so weit kam es nicht, Huda und Arafat wurden wegen illegaler Einreise und Beihilfe dazu festgenommen.

Huda steht nun in der Hauptstadt Sanaa vor Gericht, und auch dort zeigte sich die junge Frau mutig: Sie verweigerte etwa die Vertretung durch einen Anwalt der saudischen Botschaft - aus Angst, dieser könnte sie zur Heimreise drängen. Stattdessen hat sie Hilfe von der jemenitischen NGO Hood angenommen, deren Anwalt ihre Wünsche durchsetzen möchte.

Antrag auf Asyl aus Angst vor Gewalt
Am Sonntag hat das Gericht vorerst keine Entscheidung getroffen, am 1. Dezember findet die nächste Anhörung statt. Bis dahin soll das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge über Hudas Antrag auf Asyl entschieden haben. Sollte sie damit Erfolg haben, könnte es für die jemenitischen Behörden schwierig werden, sie auszuweisen, so Experten.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat den Jemen unabhängig davon bereits aufgerufen, Huda nicht auszuweisen. Die Rückkehr zu ihrer Familie könnte das Leben der jungen Frau gefährden, warnte die Organisation. Die 22-Jährige fürchte sich, schließlich sei sie schon früher von ihrer Familie misshandelt worden, so Human Rights Watch.

Fall bewegt die Öffentlichkeit
Auch zahlreiche Demonstranten haben sich auf die Seite von Huda und Arafat geschlagen. Sie demonstrierten am Sonntag - beobachtet von Dutzenden schwer bewaffneten Soldaten - mit Bildern des Liebespaars und Spruchbändern, auf denen "Wir alle sind Huda" zu lesen war, vor dem Gericht in Sanaa.

Doch der Fall ist kompliziert für die jemenitische Justiz, schließlich geht er weit über die Frage unglücklich Verliebter oder der illegalen Einreise hinaus. Es drohen Probleme mit dem mächtigen Nachbarn Saudi-Arabien, der offenbar die Rückkehr der jungen Frau verlangt.

Hudas Anwalt Abdel Rakib Al-Qadi warnte gegenüber der AFP bereits: "Das ist ein humanitärer Fall, er darf keine Spannungen zwischen den beiden Ländern auslösen." Ob es so weit kommt, wird sich frühestens Anfang Dezember zeigen.

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