Fr, 15. Dezember 2017

Proben analysiert

26.09.2013 20:00

Rover "Curiosity" findet Wasser im Marsboden

Der Boden des Roten Planeten enthält relativ viel Wasser. Das hat die Analyse von Bodenproben durch den Mars-Rover "Curiosity" ergeben. Laut Angaben von Forschern um Laurie Leshin vom Rensselear Polytechnic Institute in Troy nahe New York beträgt der Wasseranteil rund zwei Prozent. Der Rover stieß in den Proben zudem auf nennenswerte Mengen Kohlendioxid, Sauerstoff und Schwefelverbindungen.

"Eines der spannendsten Ergebnisse dieser allerersten festen Probe, die "Curiosity" sich einverleibt hat, ist der hohe Wasseranteil", berichtete Leshin in einer Mitteilung ihrer Hochschule. Das sei nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern auch eine bemerkenswerte Ressource. "Wir wissen jetzt, dass es reichlich und leicht zugängliches Wasser auf dem Mars geben sollte", betonte Leshin. "Wenn wir Menschen dorthin schicken, könnten sie den Boden irgendwo auf der Oberfläche aufsammeln, ein bisschen erhitzen und hätten Wasser."

Der Rover hatte eine Schaufel voll Marsboden in einer speziellen Analysekammer ("Sample Analysis at Mars", SAM) auf 835 Grad Celsius erhitzt. Dabei löste sich das Wasser aus der Probe. Die Messung enthüllte auch eine Chlor-Sauerstoff-Verbindung, die bisher nur aus den hohen Breiten des Roten Planeten bekannt war, berichten die Forscher im US-Fachjournal "Science".

Wechselwirkung zwischen Sand und Luft
Außerdem untersuchte die Apparatur das Verhältnis der verschiedenen Wasserstoff- und Kohlenstoff-Varianten (Isotope) im Boden. Diese Isotopenverhältnisse stimmen mit denen in der Marsatmosphäre überein, was eine enge Wechselwirkung zwischen Sand und Luft nahelegt. Die Forscher schließen daraus, dass der lose Marsboden über den ganzen Roten Planeten verweht wird.

"Der Mars besitzt eine Art globale Schicht, eine Schicht aus oberflächlichem Boden, der von den häufigen Staubstürmen gemischt und verteilt worden ist", erläuterte Leshin. "Eine Schaufel von diesem Zeug ist so etwas wie eine mikroskopische Marsgestein-Sammlung. Wenn man viele Körnchen mischt, bekommt man vermutlich ein akkurates Bild der typischen Marskruste. Indem man dies an einem Ort untersucht, lernt man etwas über den gesamten Planeten."

Hinweise auf Wasser unter der Oberfläche
Auf Wasservorkommen schließen Forscher auch aus einem anderen Fund des Mars-Rovers: Der erste Stein, den "Curiosity" auf dem Roten Planeten untersucht hatte, unterscheidet sich von allen anderen bisher bekannten Marsgesteinen, wie ein anderes Forscherteam in "Science" berichtet. Bei dem pyramidenförmigen, vulkanischen Felsen, der "Jake_M" getauft wurde, handelt es sich um einen sogenannten Mugearit. Dieses Vulkangestein entsteht auf der Erde unter dem Einfluss von Wasser tief unter der Oberfläche.

Dieses Indiz für mögliche Wasservorkommen tief unter der Marsoberfläche sei zwar nicht felsenfest, der Fund des Steins sei aber noch aus anderer Sicht bedeutend, betonte Co-Autor Martin Fisk von der Oregon State University in einer Mitteilung. "Er legt nahe, dass das Marsinnere aus Regionen verschiedener Zusammensetzung besteht. Vielleicht wurde der Mars nie so gleichförmig durchmischt wie die Erde durch ihre Plattentektonik und Konvektionsprozesse."

Anfang August 2012 auf dem Mars gelandet
"Curiosity" - der teuerste und technisch ausgefeilteste Mars- Forschungsroboter aller Zeiten - war nach einer mehr als achtmonatigen Reise durchs All am 6. August im Gale-Krater nahe dem Mars-Äquator gelandet. Der 900 Kilogramm schwere, autogroße Erkundungsroboter kann auf eine komplexe, chemische Labortechnik sowie einen ausgeklügelten Robotergreifarm und einen Bohrer zurückgreifen.

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