Di, 12. Dezember 2017

Heikles Kirchenthema

24.09.2013 10:18

Ratzinger: "Habe nie pädophile Priester geschützt"

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich in einem Brief an den italienischen Mathematiker Piergiorgio Odifreddi zum heiklen Thema pädophile Priester in der katholischen Kirche geäußert. Benedikt meinte gegenüber dem Atheisten, er hätte niemals pädophile Priester geschützt. Odifreddi hatte kürzlich das Buch "Caro Papa, ti scrivo" ("Lieber Papst, ich schreibe Dir") mit Überlegungen zum Thema Glauben und Wissen veröffentlicht.

Er könne lediglich mit "tiefster Konsternierung" feststellen, dass das Problem in der Kirche bestehe. "Ich habe jedoch niemals versucht, diese Situationen zu verheimlichen", betonte der Papst in seinem Schreiben an Odifreddi.

"Kein spezifischer Schmutz des Katholizismus"
"Dass die Macht des Bösen derart tief in die Innenwelt des Glaubens dringt, ist ein Leid, das wir einerseits erdulden müssen. Andererseits müssen wir alles tun, damit sich solche Fälle nicht wieder ereignen. Es ist für uns kein Grund des Trosts zu wissen, dass laut Studien von Soziologen der Prozentsatz von Priestern, die für diese Verbrechen verantwortlich sind, nicht höher als in anderen vergleichbaren Berufsgruppen ist. Jedenfalls dürfte man nicht diese Perversion darstellen, als würde es sich um spezifischen Schmutz des Katholizismus handeln", erklärte Joseph Ratzinger.

Auf Odifreddis Behauptung, dass Theologie "Science Fiction" sei, antwortete der der ehemalige Pontifex, dass eine wichtige Funktion der Theologie jene sei, Religion mit Vernunft und Vernunft mit Religion zu verbinden. In der "Religion der Mathematik", über die sich Odifreddi in seinem Buch äußere, würden drei fundamentale Elemente der menschlichen Existenz fehlen: "Freiheit, Liebe und das Böse", kommentierte der emeritierte Papst.

Kritik an Mathematiker: "Sie sollten kompetenter werden"
Ratzinger antwortete auch kritisch auf Aussagen Odifreddis über die historische Figur Jesu. "Das was Sie über die Figur Jesu behaupten, ist Ihrer wissenschaftlichen Rolle unwürdig. Sie stellen die Frage, als ob man von Jesus im Grunde nichts wüsste und als ob er als historische Figur nicht erfassbar sei. Ich kann Sie nur auf entschiedene Weise auffordern, vom historischen Standpunkt her kompetenter zu werden", betonte Ratzinger.

Schriftverkehr zwischen Franziskus und Starkommentator
Erst vor zwei Wochen hatte Papst Franziskus in einem Brief auf Fragen über den Glauben geantwortet, die ihm vom italienischen Starkommentator Eugenio Scalfari - Gründer und ehemaliger Chefredakteur der römischen Tageszeitung "La Repubblica" - in einem im August veröffentlichten Beitrag gestellt worden waren. Der Brief des Papstes wurde von der Tageszeitung veröffentlicht.

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