Sa, 25. November 2017

Tasche zu teuer?

09.08.2013 10:31

Oprah Winfrey wird in Zürich zum Rassismus-Opfer

Oprah Winfrey ist Milliardärin, kaufen kann sie sich eigentlich alles – sofern man sie lässt. Denn als sich die US-Talkmasterin jetzt in der Schweiz für eine Handtasche im Wert von umgerechnet rund 28.500 Euro interessierte, weigerte sich die Verkäuferin einer Züricher Edelboutique, sie ihr zu verkaufen. Angeblich, weil sie der Meinung war, Winfrey könne sie sich das edle Stück nicht leisten – etwa weil sie schwarz ist?

Mitte Juli war Oprah Winfrey in der Schweiz, um mit ihrer Freundin Tina Turner und ihrem Lebensgefährten Erwin Bach deren Hochzeit zu feiern. In Zürich beschloss die US-Talkshowqueen, ein bisschen shoppen zu gehen, und entdeckte dabei in einer Edelboutique eine Handtasche im Wert von rund 28.500 Euro. Als sie sich diese genauer anschauen wollte, weigerte sich die Verkäuferin jedoch, sie der 59-jährigen Milliardärin zu zeigen, wie Winfrey jetzt in einem Interview mit der Sendung "Entertainment Tonight" berichtet. "Sie wollen diese Tasche nicht sehen", habe die Verkäuferin ihr erklärt. "Schauen Sie sich lieber die andere an. Diese hier ist zu teuer. Die können Sie sich nicht leisten."

Winfrey, deren Privatvermögen auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt wird, erklärt in dem Interview weiter, sie sei zwar ohne Begleiter unterwegs gewesen, aber genauso gekleidet wie immer. Trotzdem habe sich die Verkäuferin auch nach wiederholtem Bitten geweigert, ihr die Tasche zu zeigen, wollte ihr kleinere und günstigere Modelle präsentieren. "Ich möchte Ihre Gefühle nicht verletzen, aber...", habe sie beteuert. Schließlich habe sie sich geschlagen gegeben, so Winfrey weiter. "Okay, haben Sie vielen Dank", habe sie der Dame hinter dem Tresen sarkastisch geantwortet. "Wahrscheinlich haben Sie recht. Ich kann sie mir nicht leisten."

"Wollte Verkäuferin keine Provision mehr lassen"
Warum aber hat Oprah Winfrey nicht einfach ihre schwarze Kreditkarte gezückt und somit die Situation aufgelöst? "Verkäuferinnen in Edelboutiquen arbeiten auf Kommissionsbasis", so Winfreys Erklärung. "Ich wollte nicht, dass sie nach dieser Episode eine bekommt. Darum habe ich auf den Kauf verzichtet."

Außerdem betont sie, dass sie in der Regel kaum mit rassistischen Vorurteilen konfrontiert wird - auch, weil sie als mächtigster Promi der Welt überall erkannt wird. "Offensichtlich wird die 'Oprah-Winfrey-Show' in Zürich nicht gezeigt", meint sie zynisch.

Alles nur ein Missverständnis?
Der Schweizer "Blick" fand heraus, in welcher Boutique es zu dem Zwischenfall kam. Deren Besitzerin, die sogar auf der Turner-Hochzeit zu Gast war, entschuldigte sich im Gespräch mit der Zeitung für ihre Verkäuferin. "Es war ein Missverständnis zwischen ihr und Oprah", verteidigt sie ihre Mitarbeiterin.

Da die Tasche so teuer gewesen sei, habe sie sich in einem Schaufenster hinter einer Sicherheitswand befunden. "Unsere Verkäuferin hat Frau Winfrey in die erste Etage eingeladen, um ihr ähnliche Taschen zu zeigen", so die Edelboutique-Besitzerin weiter. Doch vergebens, denn Oprah Winfrey sei nicht mehr daran interessiert gewesen.

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