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25.04.2015 10:00

Worauf es beim Kreditkarten-Vergleich ankommt

Die Kreditkarte ist in Österreich im internationalen Vergleich nach wie vor ein Zahlungsmittel mit untergeordneter Bedeutung: Nur etwa jeder vierte Österreicher hat eine und verwendet sie auch eher sparsam, meist in Zusammenhang mit dem Urlaub oder Online-Einkäufen. Dennoch gibt es bereits eine Vielzahl an Anbietern und eine noch größere Anzahl an Kartenmodellen. Was man beim Vergleich beachten sollte, erfahren Sie hier.

Die größten Kartenanbieter in Österreich sind CardComplete (Visa und MasterCard), Paylife (Visa und MasterCard), American Express und Diners Club. Alle Kreditkartenanbieter haben einerseits Karten im Angebot, die sich im Wesentlichen auf die Zahlungsfunktion beschränken, andererseits solche, die mit umfangreichen Versicherungspaketen und anderen Zusatzdiensten ausgestattet sind.

Welche Karte für Sie grundsätzlich infrage kommt, richtet sich nach der geplanten Nutzung: Geht es Ihnen nur darum, ein Zahlungsmittel für den Urlaub oder für Notfälle zu haben, wird in der Regel eine reine Zahlungskarte die günstigste Variante sein. Diese gibt es bereits ab etwa 20 Euro Jahresgebühr - fallweise als Sonderangebot über diverse Banken oder Clubangebote auch günstiger bzw. fallweise auch gratis oder in ein Kontopaket inkludiert, wie etwa bei easybank.

Sind Sie viel im Ausland unterwegs, kann sich der umfangreiche Versicherungsschutz anderer Kartenarten bezahlt machen. Die Versicherungen haben meist einen Reiseversicherungsteil für Gepäcksverlust und -verspätung, Reiseunfallversicherungen, Reisekrankenversicherungen, Privathaftpflicht und Stornoversicherung und sind ab einer Jahresgebühr von rund 70 Euro erhältlich.

Sie sollten sich die Kreditkarte im Detail anbieten lassen und in erster Linie auf die Spesen bei Zahlungen und Behebungen innerhalb und außerhalb des Euroraums achten. Hier können sich große Unterschiede auftun. Auch ist durchzurechnen, wie sich absolute Gebühren pro Transaktion zuzüglich prozentuelle Transaktionsentgelte bei Ihren geplanten Ausgaben auswirken. Beispiel: Zahlen Sie außerhalb des Euroraumes in einem Geschäft im Gegenwert von etwa EUR 100, macht es einen Unterschied, ob Ihr Kreditkartenanbieter 1,5 Euro verrechnet oder zwei Euro. Details zu Spesen der verschiedenen Anbieter finden Sie im Zahlungskartenrechner der AK.

Nebenspesen beachten
Wie hoch sind allfällige Sperrgebühren? Gibt es Gebühren beim Nachbestellen der Karte oder des PINs? Wie sieht es aus mit dem Nacherstellen von Abrechnungen? Gibt es eine kostenfreie Hotline für Kundenanfragen?

Kartenlimit
Meist richtet sich das Kartenlimit nach dem angegebenen Einkommen, möglich ist im Normalfall das bis zu dreifache Monatsnettoeinkommen. Sie sollten allerdings in Ihrem eigenen Interesse abwägen, ob Sie permanent einen hohen Rahmen brauchen, da dies ein Sicherheitsrisiko darstellt, wenn beispielsweise die Kartendaten ausspioniert werden und mit Ihrem Code behoben wird. Denn dann haften Sie bis zur erfolgten Sperrmeldung voll für den gestohlenen Betrag.

Zusatzangebote
Gerade bei höherpreisigen Karten wird eine Menge an Zusatzleistungen angeboten: der Eintritt in diverse Flughafen-VIP-Lounges, themenspezifische Zusatzversicherungen, Bonuspunkteprogramme etc. Sie sollten sehr genau abwägen, ob diese Leistungen für Sie persönlich in einem sinnvollen Preis-Leistungs-Verhältnis stehen oder ob Sie mit einer günstigeren Karte nicht auch alle relevanten Funktionen erhalten.

Für Wenigverwender
Auch gibt es die Möglichkeit, eine Prepaid-Kreditkarte zu beantragen. Diese hat den Vorteil, dass sie mit kleineren Beträgen vorab aufgeladen werden kann und daher besserer Überblick gegeben ist, wie viel mit der Karte bezahlt wird. Zudem bleibt im Schadensfall das Risiko überschaubar - grobe Fahrlässigkeit vorausgesetzt, in allen anderen Fällen haftet der Karteninhaber ohnehin nur mit 150 Euro bis zur Meldung. Auch für Jugendliche ist diese Kartenart gut geeignet. Bei den Gebühren gilt jedoch das gleiche Prinzip wie auch bei Prepaid-Handys: Keine Jahresgebühr bedeutet höhere Transaktionsgebühren. Auch gilt zu beachten, inwieweit die Karte auch für Online-Einkäufe verwendet werden kann.

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