Mo, 20. November 2017

„Ein gutes Zeichen“

18.05.2012 08:27

Missbrauchsvorwurf in Salzburg: Baby wieder bei Mutter

Baby Hannah-Elena ist wieder zurück bei der Mutter. Das entschied das Pflegschaftsgericht in Salzburg nach einer Verhandlung am Mittwoch. Demnach darf sich die 25-Jährige wieder um ihre neun Monate alte Tochter kümmern, nachdem das Jugendamt wegen des Verdachts der Kindesmisshandlung die Obsorge übernommen hatte. Dennoch: Am 24. Mai gibt es einen Lokalaugenschein.

Anfang Mai brachte Mutter Nici J. ihre Tochter Hannah-Elena ins Kinderspital. Dort schlugen die Ärzte Alarm: Hannah hatte zwei gebrochenen Beine und einen blauen Fleck im Gesicht, der laut Mediziner einem Handabdruck sehr ähnlich sah.

Sofort wurden alle Maßnahmen getroffen. Die Jugendwohlfahrt übernahm die Obsorge für das kleine Mädchen, die Polizei leitete Ermittlungen wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs ein. Im Fokus die Mutter sowie deren Freund, von dem sie sich mittlerweile getrennt hat. "Ich kann ihm nicht mehr vertrauen", sagte sie im "Krone"-Interview (siehe Infobox).

Rückgabe des Babys an Mutter ist "gutes Zeichen"
Zuletzt war Hannah-Elena bei Krisen-Pflegeeltern untergebracht. Die Mutter durfte ihre Tochter nur alle zwei Tage sehen. Bis Mittwoch: Da konnte Nici J. ihr Mädchen wieder in die Arme schließen. "Das Gericht hat das Baby der Mutter zurückgegeben. Das ist ein gutes Zeichen", weiß Rechtsanwalt Stefan Rieder (Bild), Verteidiger der Mutter. "Das Gericht vertraut ihr!" Auch der leibliche Vater von Hannah war bei der Verhandlung anwesend. Er hat mit dem Alltagsleben der Familie allerdings nichts mehr zu tun.

"Ich lebe gerade einen echten Albtraum!"
Die Entscheidung des Pflegschaftsgerichts ist außerdem unabhängig vom Strafverfahren, das weiterhin läuft. Am 24. Mai findet daher eine Tat-Rekonstruktion statt, wo bei einem Lokalaugenschein gezeigt werden soll, was passiert ist. "Einmal war ich nur eine halbe Stunde laufen. Als ich zurück kam, hat Hannah geweint", sagte die Mutter zur "Krone". Das zweite Mal lag sie auf der Couch, während sich ihr Ex-Freund (34) um das Baby kümmerte. "Ich habe ihm immer geglaubt, er war schließlich mein Partner. Also warum sollte ich ihm misstrauen", sagte sie mit zittriger Stimme.

Verteidiger Rieder ist überzeugt, dass sich alles aufklären wird. Und auch Mama Nici J. hofft, dass ihr Martyrium bald ein Ende findet: "Ich lebe gerade einen echten Albtraum!"

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