Mo, 11. Dezember 2017

2008 Obama-Gegner

24.04.2012 12:29

Spendengelder gingen an Geliebte: Edwards vor Gericht

Weil er Wahlkampfspenden für eine Geliebte ausgegeben haben soll, muss sich der Ex-US-Präsidentschaftsbewerber John Edwards seit Montag vor Gericht verantworten. Zum Auftakt des Prozesses in Greensboro im Bundesstaat North Carolina warf die Staatsanwaltschaft dem demokratischen Politiker vor, während der Bewerbung um die Kandidatur im Jahr 2008 Hunderttausende Dollar illegal zur Unterbringung seiner Geliebten und eines unehelichen Kindes verwendet zu haben.

Das Image als Familienvater sei für die politische Karriere von Edwards "entscheidend" gewesen, sagte Staatsanwalt David Harbach. Der Ex-Senator habe alles getan, um seine Chance auf das Amt des Präsidenten zu wahren. Edwards habe "geleugnet, getäuscht, manipuliert".

Der 58-Jährige soll während des Vorwahlkampfes 2008 mehr als 900.000 Dollar (umgerechnet rund 685.000 Euro) angenommen haben, um eine Affäre mit der Filmemacherin Rielle Hunter geheim zu halten. Edwards wird zur Last gelegt, damit gegen die Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen zu haben. Die beiden Geldgeber, ein Anwalt aus Texas und eine Bankierswitwe, hätten die zulässige Höchstgrenze für Spenden überschritten. Außerdem habe Edwards die Zuwendungen vor den Behörden verheimlicht und über seine Wahlkampfausgaben falsche Rechenschaft abgelegt.

Verteidiger: "Persönliche Geschenke"
Edwards Verteidiger argumentieren dagegen, bei den Geldern habe es sich um "persönliche Geschenke" von reichen Freunden gehandelt. Anwältin Allison Van Laningham sagte in ihrem Eröffnungsplädoyer, dass Edwards "keinen kriminellen Vorsatz" gehabt habe. Sie erinnerte daran, dass ihr Mandant im Zuge des Skandals "in einer sehr öffentlichen, sehr erniedrigenden Weise" als Politiker in Ungnade gefallen sei. Bei einer Verurteilung droht dem 58-Jährigen eine mehrjährige Haftstrafe.

Der Politiker war 2008 im Vorwahlkampf der Demokraten gegen den heutigen Präsidenten Barack Obama angetreten. Bereits 2004 hatte er sich erfolglos um die demokratische Kandidatur bemüht. Damals unterlag er John Kerry.

Enthüllungsbuch brachte Fall ins Rollen
Ein früherer Vertrauter von Edwards hatte die Affäre um die Geliebte und das uneheliche Kind mit einem Enthüllungsbuch ins Rollen gebracht. Edwards räumte die außereheliche Beziehung mit der 13 Jahre jüngeren Frau im August 2008 nach dem Ende des Vorwahlkampfes ein, bekannte sich aber erst im Jänner 2010 zur Vaterschaft.

Ehefrau Elizabeth erfuhr im Jahr 2006 von der Affäre, als sie wegen Krebs behandelt wurde. Nach einer zwischenzeitlichen Genesung stand sie ihrem Mann im Vorwahlkampf zur Seite, ehe die Krebserkrankung erneut ausbrach und sie im Dezember 2010 im Alter von 61 Jahren starb.

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