Mo, 11. Dezember 2017

Experte warnt:

18.04.2012 14:41

Zivilisation schlecht auf Sonnenstürme vorbereitet

Die menschliche Zivilisation ist nach Ansicht des britischen Weltraumwetter-Forschers Mike Hapgood schlecht auf schwere Sonnenstürme vorbereitet. Unsere hoch technisierte Gesellschaft sei durch solche Ereignisse zunehmend verwundbar, warnt der Experte vom Rutherford Appleton Laboratory in Oxford.

Stromversorgung, Flugverkehr, Kommunikation und selbst die Finanzwirtschaft hängen von Satelliten wie etwa der GPS-Flotte und anderen verletzlichen technischen Installationen ab. So habe ein schwerer Sonnensturm 1989 für mehrere Stunden die Stromversorgung von Millionen Kanadiern lahmgelegt und den Kontakt zu rund 1.600 Satelliten unterbrochen.

Gesellschaft "zunehmend verwundbar"
Zwar hätten viele Stromversorger seitdem nachgerüstet, der Sonnensturm von 1989 sei im historischen Vergleich jedoch nicht einmal ein besonders starker gewesen, schreibt Hapgood in einem Kommentar für das britische Fachblatt "Nature".

So habe etwa eine Sonneneruption anno 1859 schwere Schäden im damals gerade entstehenden Telegrafennetz verursacht und Feuer in Telegrafenstationen entfacht. Eine Studie des britischen Strom- und Gasversorgers UK National Grid lege nahe, dass ein derartiges Ereignis heute manche Regionen für mehrere Monate von der Stromversorgung abschneiden könne.

Zivilisation nicht auf Extreme vorbereitet
Die Zivilisation müsse sich daher nicht nur auf Weltraumwetter-Ereignisse vorbereiten, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten beobachtet worden seien, sondern auch auf Extreme, die vielleicht nur einmal in 1.000 Jahren geschehen könnten. Um das zu gewährleisten, seien mehrere Maßnahmen nötig: Die Abschätzung des maximalen Risikos lasse sich anhand historischer Beobachtungen verbessern, eine genauere Weltraumwetter-Vorhersage könne einen schweren Sonnensturm zumindest einige Stunden im Voraus auf etwa eine Stunde genau ankündigen, und technische Systeme wie Stromnetze und Satelliten müssten ausfallsicherer gemacht werden, so Hapgood.

Anmerkung: Das Bild zeigt eine Sonneneruption, die am 16. April von der US-Weltraumsonde Solar Dynamics Observatory (kurz: SDO) fotografiert wurde.

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