Sa, 26. Mai 2018

Prozess gegen Bande

26.03.2012 16:09

Nach 21 Überfällen: Bis zu 30 Monate Haft für Jugendliche

Mit teilweise empfindlichen Freiheitsstrafen ist am Montag am Wiener Landesgericht der Prozess gegen zehn Jugendliche zu Ende gegangen, denen 21 Überfälle zur Last gelegt wurden. Der Großteil der Strafen zwischen sechs Monaten bedingt und 30 Monaten unbedingt ist nicht rechtskräftig.

Die Burschen, damals 14 bis 17 Jahre alt, hatten im Oktober und November 2011 in wechselnder Besetzung zahlreiche andere Jugendliche beraubt. Die Täter waren dabei alles andere als zimperlich: Messer, Schlagstöcke und -ringe wurden als Drohmittel eingesetzt. Bei Gegenwehr schreckten sie auch vor Gewalt nicht zurück.

Opfer haben noch immer Riesenangst
Vor allem auf iPhones hatten sie es abgesehen, ein Opfer musste aber sogar seine Handschuhe abliefern. Einige der Überfallenen, die vor Gericht aussagen mussten, hatten noch solche Angst vor den Kriminellen, dass ihre Eltern darum baten, dass die Angeklagten währenddessen nicht im Saal anwesend sein sollten.

Obwohl die Jugendlichen zu den meisten Vorwürfen geständig waren, versuchten sie, ihre Rolle herunterzuspielen und die Planung der Überfälle zu verneinen. Diese wären mehr oder weniger "passiert". Dabei hatten sie bei der Polizei noch ausgesagt, sich in einem Lokal getroffen und beschlossen zu haben, wieder aktiv zu werden.

Vampir-Masken nicht für Halloween gekauft
Bei einem "Chinesen" kaufte man Vampir-Masken, um sich zu maskieren. Nun wollten sie sich vor Gericht nicht mehr daran erinnern, aber extra für den Überfall, der zu Halloween stattfand, habe man die Maskerade nicht erstanden. "Haben Sie sich denn sonst einmal zu Halloween verkleidet?", fragte Richterin Daniela Zwangsleitner. "Nein."

Die Vorsitzende sprach trotz der teilweise mehrjährigen Verurteilungen von "sehr, sehr milden Strafen" und empfahl den Jugendlichen, auf das Wohlwollen der Staatsanwaltschaft zu hoffen, da bei keinem der Betroffenen noch offene Bewährungsstrafen widerrufen wurden. Dass sie aus einem Kriegsgebiet kommen (Tschetschenien), "erklärt vielleicht, warum sie gewalttätig sind, aber das entschuldigt es nicht", so Zwangsleitner.

Detail am Rande: Für einen der Angeklagten, laut Richterin ein "Scherzküberl", setzte es einen Freispruch, ihn hatte selbst sein Opfer nicht wirklich ernst genommen.

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