Mo, 21. Mai 2018

In Hirtenbrief

20.03.2012 14:13

Missbrauchsfälle in Irland: Papst gibt sich "erschüttert"

Der Papst hat am Dienstag einen Hirtenbrief an Irlands Katholiken geschrieben, in dem er sich über die aufgeflogenen Missbrauchsfälle "erschüttert" zeigte. "Ich kann nur die Bestürzung und das Gefühl des Vertrauensbruchs teilen, die so viele von Euch verspürten, als sie von diesen sündhaften und kriminellen Taten erfahren haben und davon, wie die kirchlichen Autoritäten in Irland damit umgegangen sind", erklärte Benedikt XVI.

Der Papst hatte im November 2010 die irischen Bischöfe zu einem Treffen nach Rom eingeladen. Die Würdenträger berichteten ihm dann über ihren Umgang mit den Missbrauchsfällen in der Vergangenheit und zeigten die Schritte auf, die sie unternommen haben, um auf diese Situation zu reagieren.

Appell an Bischöfe
"Ich bin zuversichtlich, dass die Bischöfe auf der Grundlage dieser Gespräche nun besser in der Lage sind, sich der Aufgabe zu widmen, das in der Vergangenheit begangene Unrecht wieder gutzumachen und die mit dem Missbrauch an Minderjährigen zusammenhängenden umfangreicheren Themen in einer Weise anzugehen, die den Anforderungen der Gerechtigkeit und der Lehre des Evangeliums entspricht", betonte nun der Papst in dem Schreiben, das am Dienstag von der vatikanischen Pressestelle veröffentlicht wurde.

Das Problem des Missbrauchs von Kindern sei weder ein rein irisches noch ein rein kirchliches. "Dennoch ist es nun Eure Aufgabe, das Problem des Missbrauchs aufzuarbeiten, der in der katholischen Gemeinschaft von Irland geschehen ist, und dies mit Mut und Entschlossenheit zu tun. Niemand erwartet, dass sich diese schmerzhafte Situation schnell lösen lässt. Es sind positive Schritte getan worden, aber es bleibt noch viel zu tun. Durchhaltevermögen und Gebete sind nötig, mit großem Vertrauen in die heilende Kraft der Gnade Gottes", schrieb der Heilige Vater. Er plädierte für gemeinsame Anstrengungen, um in Zukunft den Schutz von Kindern vor ähnlichen Verbrechen zu gewährleisten.

"Scham und Reue"
Der Papst wandte sich auch an die Opfer des Missbrauchs und ihre Familien. "Im Namen der Kirche drücke ich offen die Scham und die Reue aus, die wir alle empfinden. Zugleich bitte ich Euch, die Hoffnung nicht aufzugeben", so Benedikt XVI.

Den Priestern und Ordensleuten in Irland schrieb der Papst: "Mir ist ebenfalls bewusst, dass Ihr in den Augen mancher Opfer durch die Nähe zu den Tätern einen Makel tragt und als irgendwie verantwortlich für die Verbrechen anderer Menschen angesehen werdet. In dieser schmerzlichen Zeit möchte ich Eure Hingabe an das Priestertum und das Apostolat würdigen und Euch einladen, Euren Glauben in Christus, Eure Liebe zu seiner Kirche und Euer Vertrauen in die Verheißung des Evangeliums auf Erlösung, Vergebung und innere Erneuerung zu festigen."

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