Fr, 19. Jänner 2018

Kleinliche Kritik?

23.01.2012 17:08

Britische Politiker lästern über Kantinen-Essen

Das Essen wird vom Steuerzahler zwar üppig subventioniert - doch munden tut die Kantinen-Kost den Volksvertretern im britischen Unterhaus offenbar nicht besonders, wie britische Medien nun aufgedeckt haben. "Die Pommes sind zu fett", monierte etwa ein Abgeordneter in einer offiziellen Eingabe. Gegenstand gleich mehrerer Beschwerden sind auch die Snackautomaten.

Einer Anfrage nach dem Informationsfreiheits-Gesetz ist es zu verdanken, dass die Beschwerden mittlerweile in aller Munde sind. Und es sind nicht nur die fettigen Pommes, die bei den Abgeordneten für Unmut sorgen. So rümpft ein Volksvertreter ob dicker Salamischeiben die Nase, ein anderer ereifert sich über ein gevierteltes Ei, von dem aber nur drei Viertel auf seinem Teller gelandet seien. "Eine kleinliche und beleidigende Art, Geld zu sparen", richtet er dem Catering-Service aus.

Auch eine vegetarische Speise, die vor Worcester-Sause "getrieft" habe, traf offenbar nicht den Geschmack der Unterhausabgeordneten. Zur Ehrenrettung des Kochs sei aber gesagt, dass es sich bei der dunklen Sauce in Wirklichkeit um Balsamico-Essig gehandelt hat.

Ein Abgeordneter hielt auch mit Kritik an der Atmosphäre des Restaurants nicht hinterm Berg: "Der Raum ist düster und es fehlt weiches Licht, um ihn einladender wirken zu lassen", ist in seiner Beschwerde zu lesen.

Snackautomaten werden "umfassend untersucht"
Gegenstand gleich mehrerer Beschwerden sind auch die Snackautomaten. So stellte ein Mandatar fest, dass die Chips-Packungen nur 24,5 Gramm enthalte, während ein ähnliches Packerl im Einzelhandel mit 34,5 Gramm Chips befüllt sei. Beamte sicherten dem Mandatar daraufhin eine "umfassende Untersuchung" der Angelegenheit zu. Auch die Tatsache, dass die Automaten statt größerer Münzen nur einzelne Penny-Stücke als Wechselgeld zurückgeben, sorgt bei den Parlamentariern für Unmut.

Drei-Gänge-Menü zum Spottpreis
5,7 Millionen Pfund (6,82 Millionen Euro) schießen die britischen Steuerzahler jährlich für die Verköstigung ihrer Parlamentarier zu, schreibt der Fernsehsender Sky auf seiner Internet-Seite. So wird in einem Parlamentsrestaurant der gehobenen Klasse ein Drei-Gänge-Menü bereits für elf Pfund angeboten, was für Londoner Verhältnisse geradezu spottbillig ist.

Zur Beruhigung der Steuerzahler wurden kürzlich immerhin in den parlamentseigenen Bars die Preise für alkoholische Getränke in Richtung Pub-Niveau angehoben.

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