Mi, 23. Mai 2018

USA zutiefst besorgt

21.12.2011 18:11

Niederländische Forscher entwickeln "Attentats-Virus"

Es ist der Erreger, vor dem Virologen schon lange warnen - doch entstanden ist er nur deswegen, weil Forscher ihn gezielt gezüchtet haben: Ein niederländisches Team hat erstmals im Labor eine Vogelgrippe-Variante erschaffen, die extrem leicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Die Todesrate liegt bei 60 Prozent. Verzweifelt kämpft die US-Regierung nun darum, die Baupläne geheim zu halten. Sie fürchtet, dass Terroristen das Wissen nutzen könnten.

Leicht wie ein Schnupfen kann sich die neue Variante des H5N1-Virus übertragen. Und bis zu dieser tödlichen Veränderung war es nicht einmal ein besonders weiter Weg: Nur fünf Mutationen mussten Ron Fouchier und sein Team vornehmen, um aus dem Vogelgrippe-Erreger das perfekte Killer-Virus für Menschen zu machen.

Nun wollen Wissenschaftszeitschriften mit den Forschungsergebnissen des Virologen-Teams an die Öffentlichkeit gehen. Doch die US-Behörde für Biosicherheit (NSABB), die die Regierung in Washington berät, befürchtet, dass Terroristen das Wissen dann für Anschläge mit Millionen von Todesopfern nutzen könnten.

"Kein Virus ist so beängstigend wie dieses"
Der Vorsitzende der NSABB, Paul Keim, zeigte sich bereits zutiefst besorgt. "Ich kenne keinen anderen krankheitserregenden Organismus, der so beängstigend ist wie dieser", sagte er laut dem US-Verband zur Förderung der Wissenschaft. Seine Behörde forderte die beiden Zeitschriften angesichts der "extrem ernsten globalen Bedrohung der Gesundheit" dazu auf, "Änderungen an den Texten" vorzunehmen.

Das US-Fachblatt "Science" und das britische Magazin "Nature" prüfen derzeit eine entsprechende nicht-bindende Forderung der US-Regierung, verweisen aber auf die Bedeutung der Informationen für die Wissenschaft. Dank einer vollständigen Veröffentlichung könnten neue Behandlungsmethoden entwickelt werden, die im Ernstfall Menschenleben retten könnten. Zum Beispiel dann, wenn das H5N1-Virus eines Tages von alleine zu der jetzt gezüchteten Variante mutiert und sich verbreitet.

"Science" hält laut eigenen Angaben wenig davon, der Forschung "potenziell wichtige" Informationen zur Gesundheit vorzuenthalten, wie Chefredakteur Bruce Alberts erklärte.

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