Mo, 28. Mai 2018

Vorfall in Indonesien

14.12.2011 15:37

Polizei verhaftet Punks und schickt sie zu Umerziehung

Drastische Bestrafungsaktion in Indonesien: Auf einem Konzert in der streng muslimischen Provinz Aceh verhaftete die Polizei 65 Punks und schickte sie zu einer "Umerziehung" - inklusive Massenbad, Kopfrasur und Neueinkleidung. Auch ein gemeinsames Gebet wurde den Jugendlichen aufgezwungen.

Insgesamt zehn Tage dauert der verordnete Kurs an der Polizeiakademie, in denen den 65 Teilnehmern beigebracht werden soll, "ihren Lebensstil zu verbessern". Nach Angaben der Behörden würde der Rest der Bevölkerung das Benehmen der Punks "abartig" finden. Sie hätten "sich nie geduscht, auf der Straße gelebt und niemals gebetet".

Noch bevor es an den Kurs ging, machte die Polizei am Mittwoch gleich Nägel mit Köpfen. Allen Festgenommenen wurden die Schädel rasiert. Anschließend mussten sie gemeinsam in einem Fluss baden und ihre zerrissenen T-Shirts und engen Jeans gegen "normale" Kleidung tauschen, wie Polizeichef Iskandar Hasan am Mittwoch berichtete. Anschließend wurde noch ein gemeinsames Gebet gesprochen.

Eine Verletzung von Menschenrechten sieht Hasan in seiner Aktion nicht. "Dies ist ein freies Land, aber es gibt Grenzen", meinte er. Unabhängige Aktivisten beklagen hingegen eine massive Verletzung der Grundrechte. Die Provinz Aceh ist weitgehend autonom. Sie hat strikte islamische Gesetze.

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