Mo, 28. Mai 2018

Geheimes Papier

09.12.2011 12:07

EU macht sich für den Bau von 40 neuen AKWs stark

Die EU befürwortet einem Zeitungsbericht zufolge trotz des deutschen Atomausstiegs den Neubau zahlreicher Atomkraftwerke. Im bisher vertraulichen Entwurf "Energy Roadmap 2050" bezeichne EU-Energiekommissar Günther Oettinger die Atomkraft als "wichtigen Faktor". Unterhändlern zufolge sehen die Details mehrerer Szenarien den Neubau von 40 Kernkraftwerken allein bis 2030 vor, wie es in dem Bericht weiter heißt.

Das Papier soll der "Süddeutschen Zeitung" zufolge in der kommenden Woche in Brüssel vorgestellt werden und ein europäisches Gerüst für die nationale Energiepolitik der nächsten Jahrzehnte liefern. Die Zweifel vieler Europäer an der Kernkraft erwähne das Papier zwar, halte sie aber offenbar für überwindbar. Eine neue Generation der Atomtechnik könne demnach helfen, die Abfall- und Sicherheitsbedenken zu zerstreuen, zitiert die Zeitung aus dem Papier. Atomstrom könne auf diese Weise zu "niedrigeren Systemkosten und Strompreisen beitragen".

Die Atomenergie stehe schon jetzt für den größten Anteil CO2-freier Energie, heißt es in dem Bericht weiter. Sie bleibe ein "wichtiger Lieferant klimafreundlichen Stroms" zu vergleichsweise niedrigen Kosten. Oettinger mache damit klar, dass Brüssel auch nach Fukushima langfristig eine Zukunft für die Kernkraft in der Europäischen Union sieht.

Selbst eine finanzielle Förderung der Atomenergie in Mitgliedsstaaten ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz für grünen Strom in Deutschland halte die Kommission Unterhändlern zufolge für möglich. Sie könnte demnach Subventionen für Neuinvestitionen in Atomkraftwerke erlauben.

Oettinger: "Wir sind völlig neutral"
Oettinger selbst betonte am Freitag, dass sich die EU-Kommission in der Frage der Atomenergie "völlig neutral" verhalte. "Wir halten weder an der Atomkraft fest, noch befürworten wir den Ausbau von neuen Atomkraftwerken." "Wir haben verschiedene Szenarien erarbeitet, die eine Diskussionsgrundlage für die Mitgliedsländer sein sollen. Der Energie-Mix ist Sache der Mitgliedsländer."

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