Do, 23. November 2017

Im „Krone“-Interview

21.10.2011 13:55

Hubert von Goisern: „Volkstümliches mag ich nicht“

Ganz in Schwarz erscheint Hubert von Goisern zum Interview – und versteckt es gar nicht, dass er dieses Frage-Antwort-Spiel nicht mag. Sein Mundart-Rock-Rap-Gstanzl "Brenna tuats guat" hat Platz eins der Hitlisten erklommen, weshalb er verrät, dass es "Ganslhaut" macht, wenn man einen potenziellen Hit schreibt, dass er Konzerte wegen Mitgrölens abbricht und dass "ois" an ihm goiserisch ist.

"Krone": Selbst notorische Hochdeutsch-Sprecher singen gerade in bemühtem Goiserisch "Brenna tuats guat".
Hubert von Goisern: Ja, es trifft den Moment und die Situation, in der wir uns gerade befinden. Wobei: Es trifft zu jeder Zeit zu, denn es gibt zu jeder Zeit Finanz- und Staatskrisen.

"Krone": Wann und wo ist eigentlich der Song entstanden?
Hubert von Goisern: Die ganze Platte ist im Winter geschrieben worden – und auch produziert. Die Grundidee ist in Goisern entstanden. Da zieh' ich mich immer zurück zum Schreiben. Und meine Freunde in Goisern lassen mich dann auch in Ruhe, weil sie wissen, dass ich in dieser Zeit immer in meinem eigenen Saft schmoren muss. Das Schöne ist, der Refrain ist in einem Guss entstanden. Die Strophen kamen danach dazu.

"Krone": Und warum wird ein Lied zu einem guten Lied?
Hubert von Goisern: Bei den guten Liedern ist es nicht nur der Moment,für den es spricht. Es muss auch später und länger Gültigkeit haben. Der Song "iawaramoi", den hab' ich 1992 geschrieben – der ist nach wie vor aktuell.

"Krone": Ist der Song "Brenna tuats guat" ein typischer Hubert-von-Goisern-Song?
Hubert von Goisern: Ich habe eine CD mit zwölf Liedern. Ich bin alle zwölf Lieder! Ein Teil von mir kann "narrisch" werden, wenn man mich so einstuft.

"Krone": Das "Hiatamadl" war ein Erfolg – es wurde jahrelang auf und ab gespielt: Ärgert es Sie, wenn es in Bierzelten gespielt wird?
Hubert von Goisern: (Mit ernster Miene) Ich spiele es dort sicher nicht – wenn sie es spielen, wenn ich nicht dabei bin, ist es mir auch wurscht.

"Krone": Taugt's Ihnen überhaupt, wenn Fans mitsingen?
Hubert von Goisern: Ich habe schon Konzerte abgebrochen, weil einige falsch mitgegrölt haben. Oder ich hab' aufgehört zu spielen, weil ein paar einfach falsch "geposcht" haben. Wir gehen schließlich auf die Bühne und verbrennen uns dort für die, die es sehen und hören wollen.

"Krone" : Haben Sie ein Gefühl gehabt, dass "Brenna tuats guat" Nummer eins wird?
Hubert von Goisern: Hmmm. Meine Frau hat mir unlängst gesagt, dass ich 1990 zu ihr nach dem Komponieren von "Heast as net" gesagt hab: Des wird a Hit! Ich hab' das ganz vergessen. Aber es ist schon so: Man kriegt eine Ganslhaut, wenn einem so was einfällt.

"Krone": In den Charts stehen Sie vor Lady Gaga – hören Sie denn ihre Musik?
Hubert von Goisern: Ich find' das lässig, was sie macht. Ich bin ja eigentlich für jede Art von Musik offen. Nur Volkstümliches mag ich nicht.

"Krone": Andreas Gabalier?
Hubert von Goisern: Da kann ich nix damit anfangen.

"Krone": Was ist eigentlich das richtig Goiserische an Hubert von Goisern?
Hubert von Goisern: Ois is' Goisern. Die einen meinen halt, Goisern sei der Nabel der Welt, die anderen meinen, der wildeste Menschenschlag, weil's so einen wie den Jörgl hervorgebracht haben.

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