Mi, 23. Mai 2018

Bis zum bitteren Ende

07.09.2011 08:46

Der Widerstand lebt in Sonys Shooter-Hit "Resistance 3"

Alle Bemühungen waren vergebens, oder doch nicht? Im dritten Teil von Sonys populärer Shooter-Serie "Resistance" hängt das Schicksal der Menschheit einmal mehr am seidenen Faden. Doch auch wenn alle Hoffnung verloren sein mag: Lohnend ist der packende und actionlastige Kampf auf der PS3 allemal.

Vier Jahre sind seit den Ereignissen von "Resistance 2" vergangen. Vier Jahre, in denen sich das Los der Menschheit nicht gerade zum Besseren geändert hätte. Wer nicht bereits das Zeitliche gesegnet hat, fristet ein eher klägliches Dasein in heruntergekommenen Behausungen und Unterschlüpfen unter der Erde.

Einer von ihnen ist Joseph Capelli. Der unehrenhaft aus dem Dienst entlassene Ex-Soldat haust gemeinsam mit Frau und Kind unterhalb der Trümmer von Haven, einer Stadt in Oklahoma, und würde da wohl auch bis zum bitteren Ende bleiben, würde ihn nicht der bereits hinlänglich bekannte Dr. Malikov dazu überreden, sich einer waghalsigen Mission anzuschließen, um - eine gehörige Portion Glück vorausgesetzt - der Chimera doch noch Einhalt zu gebieten.

Mit dem Mut der Verzweiflung
Mit dem Mut der Verzweiflung und in der Hoffnung, seinem Spross dadurch eines Tages eine bessere Zukunft zu ermöglichen, willigt Capelli ein und macht sich auf in Richtung New York, wo es zur alles entscheidenden Konfrontation kommen soll. Viel Zeit bleibt den beiden allerdings nicht, denn die Bestien haben bereits damit begonnen, es sich auf der Erde heimelig zu machen und das hiesige Klima den Gegebenheiten ihres Heimatplaneten anzupassen.

Vom großen Showdown trennen Capelli allerdings noch gute zehn Stunden Spielzeit, in denen es gewohnt dramatisch zur Sache geht. Spannend ist dabei weniger, was dargeboten wird, sondern wie dies geschieht. Im Gegensatz zu manch anderem Konkurrenzprodukt haben die Macher von Insomniac Games nämlich großes Augenmerk auf die Protagonisten und ihre Geschichte gelegt.

Story im Mittelpunkt
Letztere zeichnet sich nebst einigen überraschenden Wendungen vor allem durch ihre menschliche Seite aus. Statt großer Reden und überbordendem Patriotismus stehen die Verzweiflung und Hoffnung eines – mit Abstrichen – über weite Strecken gewöhnlichen Familienvaters im Vordergrund. Dass dieser aufgrund seiner persönlichen Vorgeschichte zufälligerweise auch ein glückliches Händchen im Umgang mit allerlei Schießprügeln hat, gereiht dem Spieler dabei zum Vorteil.

Alte Bekannte und neue Schießprügel
Nach der üblichen Einführung am Schießstand, bei der es sich mit den Primär- und Sekundärfunktionen von Bullseye und Magnum vertraut zu machen gilt, geht es dann auch entsprechend schnell und für die Serie bislang ungewohnt heftig zur Sache. Nach den ersten Begegnungen mit teils überdimensionalen Gegnern gesellen sich bald weitere Waffen wie der Marksman oder der Bohrer hinzu, aber auch neue Schießprügel gibt es zu entdecken. Etwa den "Mutator", der Gegner in eine einzige hässliche und schließlich platzende Eiterbeule verwandelt.

Düsterer als seine Vorgänger
Allen Waffen gemein ist, dass sich ihre Eigenschaften neuerdings verbessern, je intensiver sie genutzt werden, wodurch beispielsweise Upgrades wie Brandmunition freigeschaltet werden. Letztere werden auch dringend benötigt, um der fieser denn je vorgehenden Chimera-Brut das Fürchten zu lehren. Häufig verhält es sich allerdings umgekehrt, ist "Resistance 3" in seiner Grundstimmung doch deutlich düsterer und auch brutaler als seine beiden Vorgänger. Das findet nicht nur seinen Ausdruck in der gruseligen, immer wieder von gequälten Schreien durchzogenen Soundkulisse, sondern auch in der trostlosen optischen Inszenierung.

Förmlich spürbare Bedrohung
In puncto Auflösung kann "Resistance 3" zwar nicht mit dem jüngsten "Killzone"-Ableger mithalten, dafür überzeugt es mit seinen schaurig-schönen postapokalyptischen Settings - vom einstigen Wohngebiet über Getreidefelder, Industrieanlagen und Abwasserkanäle bis hin zu einem Gefängnis -, in denen der Zerfall und die Bedrohung durch die zahlenmäßig stets überlegenen Widersacher förmlich spürbar wird.

Achterbahn der Emotionen
So abwechslungsreich die Schauplätze, so unterschiedlich auch die Aufgaben, die unter anderem einen Bootsausflug, eine Zugfahrt und eine Begleitmission beinhalten. Derlei mag zwar auch schon in anderen Spielen durchlebt haben, "Resistance 3" gelingt es allerdings wie kaum einem anderen Shooter, die Auf und Abs gekonnt in eine dramaturgische Achterbahn der Emotionen zu verwandeln.

Umfangreicher Multiplayer-Part
Dass trotz einer so starken Einzelspieler-Kampagne auch der Multiplayer-Part zu überzeugen weiß, freut dann noch umso mehr. Wesentliche Neuerung ist neben einer Reduzierung der maximalen Spieleranzahl von vormals 60 auf deutlich überschaubare und weniger chaotische 16 die Einführung eines sogenannten Perk-Systems, das es Spielern mit steigender Erfahrung erlaubt, diverse Fähigkeiten zu erlernen, wie etwa, sich unsichtbar zu machen.

Neben den üblichen Modi wie Deathmatch, Team Deathmatch und Capture The Flag warten einige objektbasierte Modi sowie zu guter Letzt auch ein Koop-Modus für zwei Spieler, der sowohl on- als auch offline via Splitscreen bestritten werden kann.

Fazit: Reichlich Action, noch dazu verpackt in eine spannende und emotionsgeladene Geschichte - Gamer-Herz, was willst du mehr? Wie seine beiden Vorgänger weiß auch der dritte Teil der "Resistance"-Serie vor den Bildschirm zu fesseln, und das dank des umfangreichen Single- und Multiplayer-Parts auch länger. Es lohnt sich also, sich dem Widerstand gegen die Chimera anzuschließen.

Plattform: PS3
Publisher: Sony
krone.at-Wertung: 9/10

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