Di, 21. November 2017

Tödliche Schüsse

15.02.2011 13:31

„Noch nicht der richtige Zeitpunkt“ für Diskussionen

Der nach dem Schusswechsel in Hirtenberg (Bezirk Baden) verstorbene 26 Jahre alte Polizist (siehe Infobox) wird am Freitag in seiner Heimatgemeinde St. Veit a.d. Gölsen (Bezirk Lilienfeld) beigesetzt. In die Diskussion, warum die Uniformierten auf der Suche nach dem 34-jährigen Thomas P., der zuvor Selbstmordabsichten geäußert hatte, keine Schutzwesten getragen hatten, wollte NÖ Landespolizeikommandant Arthur Reis vorerst nicht einsteigen.

Es sei "noch nicht der richtige Zeitpunkt", verwies Reis darauf, zunächst dem getöteten Kollegen am Freitag die letzte Ehre zu erweisen. Reis selbst wird in St. Veit a.d. Gölsen vermutlich die Grabrede halten.

"Wir müssen Lehren ziehen"
Im Rahmen der Analyse des tragischen Falles werde man "auf alles zu sprechen" kommen, sagte der Landespolizeikommandant. "Wir müssen Lehren ziehen." Als "persönliche Meinung" hielt Reis fest, dass Andreas H. und sein schwer verletzter Kollege Manfred W. (39) "selbst mit modernsten Schutzwesten im Auto" selbige wohl nicht angelegt hätten, weil sie "von anderen Voraussetzungen ausgegangen" seien - der Suche nach einem Selbstmordgefährdeten und nicht nach einem Gewalttäter. Ob die Polizisten gewusst hätten, dass der 34-Jährige bewaffnet unterwegs war, sei eine noch offene Frage.

Funkgerät rettete Kollegen vermutlich das Leben
Den schwer verletzten Manfred W. (39), dem das - bei dem Feuergefecht von einem Projektil durchbohrte - Funkgerät an der linken Brust vermutlich das Leben gerettet hatte, stattete der Landespolizeikommandant bereits am Tag nach dem Vorfall im UKH Wien-Meidling einen Besuch ab. Auf dem Weg zu dem Kollegen habe er erfahren müssen, dass Andreas H. gestorben war.

Die Begräbnismesse findet am kommenden Freitag um 14 Uhr in der örtlichen Pfarrkirche statt, seine letzte Ruhestätte wird Andreas H. auf dem Ortsfriedhof finden. Er sei "in Ausübung seiner Pflicht als Polizeibeamter" gestorben, ist auf der Parte zu lesen.

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