Sa, 18. November 2017

Unruhe im Tennengau

14.01.2011 09:36

Aufstand der Ortschefs wegen Stromautobahn

Die 380-kV-Stromautobahn quer durch Salzburg sorgt weiter für Aufregung: Denn in fünf Tennengauer Gemeinden werden derzeit mögliche Trassen geprüft – „sogar bei uns in St. Koloman mussten wir den Bescheid aushängen. Das sorgt für Unruhe bei den Leuten, wir wollen die Leitung nicht haben“, sagt Ortschef Willi Wallinger.

Donnerstag war die 380er-Leitung auch in der Gemeindevertretung ein Thema: „Wir wehren uns gegen jede Trasse, die über unser Gemeindegebiet verläuft“, erklärt Bürgermeister Wallinger. In St. Koloman musste der letzte Bescheid des Wirtschaftsministeriums an das Schwarze Brett gehängt werden – „das wurde sogar fotografiert“, berichtet der Ortschef. „Und als Begründung hieß es, dass wir auch im Korridor für die geplante Leitung liegen.“

Das bedeutet: Auch in St. Koloman dürfen die Techniker überall vermessen und mögliche Standorte für die riesigen Gittermasten der Stromautobahn erkunden. Wallinger: „Das sorgt natürlich für Unruhe im Ort – und wir können uns gegen diese Arbeiten nicht einmal wehren.“

Genau so groß ist die Empörung in den anderen Orten, die an der Trasse liegen – ob in Adnet, Bad Vigaun, Kuchl oder in Golling. „Noch dazu wird den Leuten im Planungsbüro für die Leitung gesagt, dass alles mit den Gemeinden ausgemacht ist, dabei wissen wir gar nichts“, ärgert sich der Kuchler Bürgermeister Andreas Wimmer. „Es ist unverschämt: Das Ministerium erlaubt per Bescheid die Arbeiten, beim Land gehen alle auf Tauchstation – und wir als Bürgermeister sollen die Sache ausbaden, dabei haben wir in dieser Sache null mitzureden.“

Wimmer und Wallinger haben sich mit ihren Amtskollegen Wolfgang Auer (Adnet), Raimund Egger (Bad Vigaun) und Anton Kaufmann (Golling) zusammengetan: „Das Ministerium hat den Bescheid erstellt – also sollen die auch den Kopf hinhalten“, sind sich die fünf Bürgermeister absolut einig. „Wir dürfen die Arbeiten ja nicht untersagen – aber müssen uns von den Menschen entlang der verschiedenen Trassenvarianten Vorwürfe anhören, dass wir gegen die 380-kV-Leitung nichts unternehmen würden.“ Auch aus dem Pinzgau und dem Pongau häufen sich Beschwerden der Ortschefs…

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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