Sa, 18. November 2017

Tunnelraser

06.11.2010 12:50

„Wir sind froh, dass der Todeslenker in den Häfen muss“

"Wenigstens muss er sechs Monate in den Häfen. Nur den Führerschein sollte er nie mehr zurückbekommen!" Die Söhne von Günther Lemmerer (67) aus Ebensee sind mit dem Urteil über den Todesraser Michael U. (50) aus Gmunden halbwegs zufrieden. Der Manager war, wie berichtet, mit bis zu 170 km/h durch die Traunseetunnel gerast, hatte im Temporausch zwei Menschen getötet.

Das Urteil: 18 Monate Haft, davon ein halbes Jahr "scharf". 120.000 Euro Trauerschmerzensgeld an die Angehörigen. Und für ein Jahr keinen Führerschein. Markus Lemmerer aus Ebensee verlor bei dem Tunnelunfall seinen Vater Günther (67) – er und sein Bruder können mit dem Urteilsspruch des Welser Landesgerichts leben.

Lemmerer: "Ich find's gut, dass der Raser wenigstens ein halbes Jahr hinter Gitter muss. Ehrlich gesagt ist das mehr, als wir uns erwartet gehabt haben. Nur versteh' ich nicht, dass er nach einem Jahr wieder den Führerschein zurückbekommt. Der ist doch mit seinen 50 Jahren ein erwachsener Mann. Der ändert sich nicht mehr und fährt sicher bald wieder viel zu schnell."

Zwei Tote bei Unfall
Der Gmundner Manager Michael U. war mit einem geliehenen, 710 PS-starken Ford GT trotz 70 km/h-Beschränkung mit bis zu 170 km/h durch die Traunseetunnel gerast. Bis er im Bartlkreuztunnel zum zweiten Mal ins Schleudern geriet und gegen den Wagen von Günther Lemmerer krachte. Dieser und Michael U.'s Beifahrer Oliver Hörzing (43) waren sofort tot. Markus Lemmerer hofft nun noch, dass das Urteil auch hält: "Es wäre schon schlimm gewesen, wenn der Raser mit nur bedingter Haft heimgegangen wäre."

von Christoph Gantner, "ÖO Krone"
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