Mo, 11. Dezember 2017

Streit um Zinsen

22.10.2010 17:59

58-Jährigem droht Exekution - wegen ganzer 84 Cent

22 Wochen ist Hepatitis-C-Opfer Ingo Rezman wegen der zweiten Lebertransplantation im Spital gelegen. So versäumte der Salzburger, die Gärtnerrechnung fürs Grab seiner Mutter zu zahlen. Als er im Juli Post vom Anwalt bekam, war alles längst beglichen. Doch das Gericht will noch 84 Cent ausstehende Zinsen – per Exekution.

Der Leidensweg von Ingo Rezman ist lang und jetzt noch um ein unnötiges Kapitel reicher: 1977 beim Plasmaspenden mit Hepatitis C infiziert, musste dem 58-Jährigen am 15. Jänner in der Innsbrucker Klinik wieder eine Leber eingepflanzt werden.

"Ich war 22 Wochen im Spital und hab’ deshalb die Quartalsrechnung zur Pflege des Grabes meiner Mutter nicht bezahlen können", so der Salzburger. Am 14. Juni schickte die Gärtnerei deshalb via Gericht eine Zahlungsaufforderung über 74,24 Euro. Die Summe, samt vier Prozent Zinsen, hat Rezman am 1. Juli von seiner Bank überweisen lassen.

Einspruch wurde abgelehnt
Dennoch schickte ein Anwalt neun Tage später Auftrag der Gärtnerei nochmals eine Rechnung: 74,24 Euro plus "restliche Zinsen in der Höhe von 0,84 Euro." Die hat Ingo Rezman natürlich nicht bezahlt und dabei nicht mit dem Wiehern des Amtsschimmels gerechnet: "Ich habe dagegen auch bei Gericht Einspruch erhoben, der am 27. September, also fast drei Monate, nachdem ohnehin alles bezahlt war, abgelehnt wurde."

Bezirksgericht verschickte Exekution
Und so schickte der Rechtspfleger vom zuständigen Bezirksgericht am 18. Oktober einen Beschluss zur Fahrnis-Exekution über 0,84 Euro los. Dagegen kann Rezmann Rekurs einlegen. "Alles ein Irrsinn", so der Betroffene.

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung
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