Mi, 13. Dezember 2017

Gefahr aus Bayern

02.10.2010 10:50

Protest gegen Verlängerung von Uralt-AKW

Jetzt steigt Salzburg gegen einen längeren Betrieb der beiden Uralt-Atomkraftwerke in Landshut, nur 140 km von der Grenze entfernt, auf die Barrikaden. Es gibt zwar erste Hoffnung auf ein Einlenken der Bayern, aber das Land will auf keinen Fall hinnehmen, dass die AKW bis zu 14 Jahre länger laufen.

Die zwei Isar-Atommeiler zählen zu den ältesten Reaktoren in Deutschland: Isar 1 (Ohu) ist ein Siedewasser-Reaktor (die ältesten AKW überhaupt) und ging 1977 in Betrieb. Ein Bericht des deutschen TÜV belegte, dass einige Rohre "Korrosionsrisse" aufweisen. Trotzdem soll der Uralt-Reaktor acht Jahre länger, bis 2020, in Betrieb bleiben. Isar 2 ging 1988 ans Netz. Bis 2020 sollte der Druckwasser-Reaktor Elektrizität liefern – jetzt ist die Verlängerung des Betriebs bis zum Jahr 2034 vorgesehen.

Auch aus Salzburg kommt jetzt heftiger Widerstand gegen die längere Betriebszeit der Schrott-AKW: "Das ist ein energie- und umweltpolitischer Rückschritt", beklagen Landeschefin Gabi Burgstaller und Landesrat Walter Blachfellner. Sie fordern Umweltminister Nikolaus Berlakovich auf, "alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um diese Atom-Gefahr von Salzburg abzuwenden."

Kraftwerke sollen modernisiert werden
Was am meisten Sorgen bereitet: Die AKW sind gegen Flugzeugabstürze nicht ausreichend geschützt. Dabei liegen sie in der Einflugschneise des Flughafens von München. Und 1988 stürzte ein Mirage-Kampfflugzeug nur zwei Kilometer entfernt von den Meilern ab.

Berlakovich erzielte schon ein erstes Einlenken bei den Verhandlungen mit Bayern. Unter anderem wurde zugesichert, dass die Atomkraftwerke modernisiert werden. Dem Frieden traut Salzburg nicht: Trotz der Korrosionsrisse behauptet Bayern, die AKW hätten "modernisierten und weiterentwickelten sicherheitstechnischen Stand." Blachfellner: "Für die Modernisierung ist eine Genehmigung notwendig – und im Verfahren dazu könnten wir unsere Bedenken vorbringen", hofft Salzburgs Umwelt-Landesrat.

von Robert Redtenbacher, "Salzburger Krone"

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