So, 17. Dezember 2017

Drama in Salzburg

31.08.2010 09:30

Ehepaar schied gemeinsam aus dem Leben

Familientragödie in der Elisabeth-Vorstadt in Salzburg: Ein Pensionist (77) hat am Wochenende seinem Leben ein Ende gesetzt. Zuvor tötete er noch seine schwer kranke Frau. Die Nachbarn bekamen nichts mit. Der Sohn (47) entdeckte die beiden Montag früh. Er brach zusammen und musste psychologisch betreut werden.

Der 77-Jährige und seine Gattin waren immer ein glückliches Ehepaar. Seit gut 20 Jahren lebten sie in einem schmucken 1929 errichteten Wohnblock an der Julius-Haagn-Straße 16 (Bild) in der Elisabeth-Vorstadt. Der Mann hatte bei den E-Werken Karriere gemacht, seine Frau arbeitete als Verkäuferin bei Palmers. Nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes widmete sie sich ganz der Erziehung.

Sohn wusste nichts vom Zustand der Mutter
Das Paar hatte sich lange auf die Pension gefreut und genoss diese anfangs auch in vollen Zügen. Immer wieder zog es sie auf die heimischen Berge zum Wandern. Auch das Skifahren zählte zu ihren liebsten Hobbys. Doch in den vergangenen Monaten wurde das Rücken-Leiden der Ehefrau immer schlimmer. Sie konnte kaum mehr schmerzfrei gehen. Der 77-Jährige stand ihr immer zur Seite. Zuletzt dürfte seine Frau auch an Depressionen gelitten haben. Der Sohn, ein anerkannter Maler, bekam davon nichts mit. Die Eltern wollten ihn nicht mit ihren Sorgen belasten.

Am Wochenende, irgendwann in der Zeit zwischen Freitag- und Sonntagabend, kam es dann zur Tragödie. Das Ehepaar beschloss, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Sie wollten nicht mehr leiden und niemandem zur Last fallen. Der 77-Jährige nahm sein Gewehr aus dem Waffenschrank, schoss auf seine Frau und zielte dann auf sich selbst. Das Paar war auf der Stelle tot.

Nachbarn bemerkten nichts
Die Nachbarn hörten nichts von den Schüssen. Deswegen blieb das Unglück bis Montag unbemerkt. Als der 47-Jährige seine Eltern besuchen wollte, machte er die schreckliche Entdeckung. Der Mann brach zusammen, er konnte es nicht fassen. Der Künstler wurde ins Krankenhaus gebracht, er steht unter Schock.

Bei den Nachbarn sitzt der Schock ebenfalls tief: "Mein Mann war ein Arbeitskollege bei den E-Werken. Wir waren befreundet. Das Paar war stets hilfsbereit", erzählt eine Nachbarin unter Tränen.

von Markus Tschepp und Manuela Kappes, "Salzburger Krone"

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden