Do, 23. November 2017

380-kV-Korridor

07.07.2010 12:51

Bürgerprotest in Eugendorf: „Wir brauchen Hilfe!“

Nur 90 Meter Abstand zum nächsten Haus – der neue 380-kV-Korridor trifft die Bayerhammersiedlung in Eugendorf hart: Am Dienstag traf die Bürgerinitiative einen Referenten von Landeshauptfrau Burgstaller. Die bittere Enttäuschung prasselte nur so auf ihn ein. Vom Land fühlen sich die Bewohner völlig alleine gelassen.

Ein mahnendes Plakat lehnt im Kinderwagen: Ungetüme von Strommasten "verziert" mit Euro-Zeichen. "Weil die Strombosse nur das Geld sehen wollen", sagen die 380-kV-Betroffenen in Eugendorf. Bei einem "Lokalaugenschein" mit einem Vertreter aus dem Büro Burgstaller marschierten Dutzende Bewohner mit ihren Transparenten auf. Ein Zeichen, dass alle zusammenhalten. Und der Herr in Anzug und Krawatte konnte keine Sorgen zerstreuen: "Sie reden um den heißen Brei herum, wie ein Politiker", schimpfte ein aufgebrachter Bewohner.

"Irgendjemand muss uns helfen"
Die Ratschläge waren dünn: Ein Dialog mit den Leitungsbetreibern soll gesucht werden. Kabel-Varianten könnten auch die Bürger selbst einbringen. "Irgendjemand muss uns dabei aber helfen", fühlen sich Thomas Gasselsberger und seine Nachbarn alleingelassen. Und Johann Spatzenegger, Ex-Ortschef von Seekirchen, schüttelte den Kopf: "Die Politik ist zu feige, ein Kabel zu fordern." Die Antwort des Referenten: Experten hätten bei einer Kabelprüfung in Salzburg kein Gebiet mit Sonderstatus gefunden. Bei einer genehmigten Teilverkabelung würden mindestens sechs weitere Gebiete das fordern.

Die Bürgerinitiative hat mit Christine Bitschnau jetzt auch eine Rechtanwältin engagiert: "Sobald das Verfahren eingeleitet ist, werden wir mit allen Mitteln gegen diesen bevormundenden Umgang mit den Menschen kämpfen", will sich die Juristin der Sorgen annehmen. Und auch Eugendorfs Vize-Bürgermeisterin Stefanie Kittl (ÖVP) hätte ein Lösung parat: "Eine Trasse über den Wald mit nur einem Kilometer Kabel!"

Kronen Zeitung
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