Do, 23. November 2017

„Kleiner Zwerg“

23.04.2010 16:32

„Pate“ Al Pacino ist 70 - ans Aufhören denkt er nicht

Er ist seit über 40 Jahren im Filmgeschäft, längst ergraut und im Pensionsalter - doch Al Pacino ist nicht zu stoppen. Hollywoods Vorzeige-Mafioso und Krimiheld ist jetzt 70 - und noch lange nicht müde. Der "kleine Zwerg Pacino" dreht und dreht und dreht. Zur Freude seiner Fans.

In dem Polizei-Thriller "Son of No One" (kommt 2011) spielt er einen Detektiv in einem Arbeiterviertel. Channing Tatum, in der Rolle eines jungen Polizisten, Ray Liotta und Katie Holmes zählen zu der Ensemblebesetzung. In diesem Monat ist in New York der Startschuss für die Dreharbeiten gefallen.

An seinem Geburtstagswochenende feiert der Star mit der unverkennbar rauen Stimme in einer weiteren Charakter-Rolle Premiere. Beim US-Sender HBO steht das Drama "You Don't Know Jack" auf dem Programm. Unter der Regie von Barry Levinson verwandelt sich Pacino in den amerikanischen Sterbehilfe-Arzt Jack Kevorkian. Der als "Dr. Tod" bekannt gewordene Mediziner war 2007 nach achtjähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen worden.

Kevorkian hat nach eigenen Angaben zwischen 1990 und 1998 mindestens 130 unheilbar kranken Menschen zum Tod verholfen. Pacino soll bald auch zu Salvador Dalí werden. Den Zuschlag für die Rolle des spanischen Surrealisten in der Filmbiografie "Dalí & I: The Surreal Story" hat er schon vor längerer Zeit erhalten, außerdem spielt er "King Lear".

Aus "kleinem Zwerg Pacino" wurde "Don Corleone"
Es war kein einfacher Start in Hollywood für "den kleinen Zwerg Pacino", wie der 1,68 Meter große Italo-Amerikaner Alfredo James Pacino von den Produzenten des Mafia-Dramas "The Godfather" (Der Pate) verspottet wurde. Doch Regisseur Francis Ford Coppola hatte vor über 30 Jahren den richtigen Riecher und zog den unbekannten Sprössling einer sizilianischen Familie Bewerbern wie Robert Redford, Warren Beatty, Jack Nicholson oder Robert De Niro vor. Seine Rolle als Sohn des "Paten" Don Corleone machte Pacino weltberühmt. In der Mafia-Trilogie (1972-1990) verwandelt sich der Schauspieler vom braven Studenten zum kaltblütigen Oberhaupt des Familienclans.

Seine Mutter habe ihn schon als Fünfjährigen ins Kino mitgenommen und somit früh die Liebe zur Schauspielerei geweckt, erinnert sich Pacino an die teils schwierige Kindheit in der New Yorker Bronx, wo er bei den Großeltern aufwuchs. Mangels Erfolg wurde der Teenager von der Manhattaner Hochschule für darstellende Kunst verwiesen, nahm dann aber bei Charles Laughton und dem legendären "Method"-Lehrer Lee Strasberg Unterricht. Mit Ende zwanzig erspielte sich Pacino auf den New Yorker Bühnen die erste von zwei "Tony"-Trophäen. Auf der Leinwand fiel er erstmals 1970 als neurotischer Drogendealer in "Panic in Needle Park" auf.

Nach seinem "Paten"-Auftritt als Michael Corleone, für den er 1972 die erste von acht Oscar-Nominierungen erhielt, riss sich Hollywood um Pacino als Mafioso, Polizist oder Verbrecher. In "Serpico" (1972) spielt er einen gebrochenen Cop, in "Hundstage" (1975) einen Geiselnehmer, in "Scarface" (1979) einen großen Gangster. Pacinos Siegeszug wird 1985 allerdings durch den teuren Flop "Revolution", ein Epos über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, unterbrochen. Erst vier Jahre später wagt er sich für "Sea Of Love" wieder vor die Kamera.

Oscar für "Der Duft der Frauen"
21 Jahre nach seiner ersten Oscar-Nominierung, nach sechs vergeblichen Anläufen, nimmt Pacino 1992 die begehrte Trophäe in Empfang. Belohnt wird er für die Rolle des blinden Ex-Offiziers und raubeinigen Charmeurs Frank Slade in "Der Duft der Frauen". In dem Thriller "Heat" (1995) standen Pacino als frustrierter Polizist und Robert de Niro als brutaler Verbrecher erstmals gemeinsam vor der Kamera. Vor zwei Jahren kehrten die beiden Stars in dem Thriller "Kurzer Prozess - Righteous Kill" als altgediente Cops auf die Leinwand zurück.

Mit "The Insider" und "Insomnia - Schlaflos" gelangen Pacino weitere Treffer. Großes Kritiker-Lob und eine Golden-Globe-Trophäe holte er sich auch mit dem Fernsehfilm "Angels in America" über die Aids-Epidemie der 80er Jahre. In "Ocean's 13", dem dritten Filmabenteuer der coolen Ganovengang um Meisterdieb Danny Ocean alias George Clooney, überzeugte Pacino als Bösewicht mit einer bedrohlichen Mischung aus Vollblutunternehmer und Mafiapate.

Vorliebe für Shakespeare und Theater
Trotz seiner Kinoerfolge verweist der Shakespeare-Fan immer wieder auf seine große Liebe zum Theater. Mit "Looking for Richard" hatte sich der Schauspieler bereits 1996 in eine Shakespeare-Studie vertieft und damit auch sein Regie-Debüt gegeben. Es wurde von der Kritik als liebevolle Hommage an Shakespeare bewertet, die Einblicke in die Arbeit von Theaterregisseuren und Schauspielern gewährt. 2006 stand er in Oscar Wildes "Salome" in Los Angeles auf der Bühne. Zuvor glänzte er in Shakespeares "Julius Cäsar", Brechts "Aufstieg und Fall des Arturo Ui" und in "König Ödipus" von Sophokles.

Privat versteckt sich der ewige Junggeselle gerne, was ihm bereits den Spitznamen als "männliche Greta Garbo" einbrachte. Ein Sorgerechtsstreit mit seiner langjährigen Freundin Beverly D'Angelo um die 2001 geborenen Zwillinge Anton und Olivia brachte den dreifachen, nie verheirateten Vater aber in die Schlagzeilen, wie früher seine Liebesaffäre mit "Pate"-Co-Star Diane Keaton.

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