Di, 21. November 2017

Weit abgeschlagen

01.04.2010 12:21

Nur 43 Prozent der Salzburger haben Spaß am Sex

Die Salzburger sind regelrechte Sexmuffel. Eine am Donnerstag vorgestellte Studie der Fachhochschule Salzburg zeigt, dass im Vergleich nur die Nieder- und Oberösterreicher sowie die Vorarlberger noch weniger Spaß am Liebesspiel haben. Außerdem belegt die Studie: Salzburger gehen generell mit weniger Freude an ihre Freizeitaktivitäten.

1.000 Österreicher wurden im Oktober und November 2009 über ihre Freude an 80 verschiedenen Freizeitaktivitäten befragt. Die besten 20 wurden dann ausgewertet. Unternehmungen mit der Familie stehen demnach an erster Stelle. Sex steht erst auf Rang fünf.

Als Erotikkiller erweist sich dabei die Bildung. Denn Menschen mit Uni-Abschluss haben deutlich weniger Spaß am Sex als etwa Maturanten, wie die Studie des Zentrums für Zukunftsforschung zeigt.

Salzburger weit abgeschlagen
Auch regional gibt es gewaltige Unterschiede: So gehen zwei Drittel der Steirer gern "zur Sache", in Oberösterreich hingegen ist es gerade jeder Fünfte. Auch die Tiroler haben viel Spaß am Liebesspiel (63 Prozent), gefolgt von den Burgenländern (62 Prozent), Wienern und Kärntnern (mit je 60 Prozent). Ausgewiesene Sexmuffel hingegen sind die Salzburger mit 43 Prozent, die Niederösterreicher (39 Prozent) und die Vorarlberger (36 Prozent). Absolutes Schlusslicht ist Oberösterreich mit 21 Prozent.

Gefahr, dass Angaben nicht stimmen
Zukunftsforscher Reinhold Popp schwächt aber etwas ab: "Je tabuisierter ein Thema, desto größer ist die Gefahr, dass die Angaben nicht immer stimmen." Außerdem sei gefragt worden, ob man Spaß daran habe, und nicht, ob man es auch mache.

Weniger Spaß als das übrige Österreich
Ein generell sehr schlechtes Zeugnis muss Popp ausgerechnet den Menschen im eigenen Bundesland ausstellen: "Dass die Salzburger zum Lachen in den Keller gehen, ist nun wissenschaftlich sozusagen erwiesen. Denn an so gut wie alle Tätigkeiten gehen sie mit deutlich weniger Spaß heran als das übrige Österreich. Ähnlich ist es auch um die Vorarlberger bestellt. Popp vermutet, dass dies an der Bedeutung konservativer, bürgerlicher Werte liegt. Wichtig sei Arbeit, Geld verdienen und viel Zeit in den eigenen vier Wänden zu verbringen.

Zeit mit der Familie an oberster Stelle
Glaubt man der Studie, ist also die liebste Tätigkeit der Österreicher Zeit mit der Familie zu verbringen (79 Prozent). Auf den Plätzen dahinter rangieren Unternehmungen mit Freunden (78 Prozent), Fernsehen (66 Prozent), ins Restaurant gehen (57 Prozent), Sex (55 Prozent), Faulenzen/Nichtstun (53 Prozent), ein Buch lesen (51 Prozent), Gartenarbeit/Heimwerken (49 Prozent), Wellness (45 Prozent) und Shopping (44 Prozent).

Ehrenämter machen wenig Spaß
In Deutschland - dort wurden 2.000 Menschen befragt - sieht dies weitgehend gleich aus. Nicht in die Top Ten geschafft haben es der Sport, aktiv wie passiv, Telefonieren oder das Internet. Auch hier gibt es große Unterschiede nach Alter oder Geschlecht. Und auch ehrenamtliche Tätigkeiten bereiten wenig Spaß, auch wenn sie gemacht werden.

Folgen für Wirtschaft und Politik
Die nun vorliegenden Daten will Popp jetzt systematisch wissenschaftlich auswerten. Einen politischen wie wirtschaftlichen Schluss kann er schon ziehen: "Wer wenig Freude am Leben und immer Angst hat, hat einen um ein bis zwei Jahre verringerten Zukunftshorizont und ist nicht daran interessiert, längerfristig zu planen."
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