Do, 19. Oktober 2017

Kein Schutz ab Jänner

16.12.2009 16:01

Zukunft des Paracelsusbades weiter ungewiss

Die Zukunft des Paracelsusbades ist weiterhin unklar. Mit Jahresende läuft der limitierte Denkmalschutz aus. Das Bundesdenkmalamt holt nun ein unabhängiges, technisches Gutachten über die Bausubstanz des Nachkriegsbauwerks ein. "Wir wollen im Vorfeld klären, ob wir ein normales Unterschutzstellungsverfahren einleiten können", erklärte die Präsidentin des Bundesdenkmalamtes, Barbara Neubauer, am Mittwoch.

Die statische Prüfung durch einen Techniker einer Universität werde deshalb beantragt, "um nicht in die Situation zu kommen, ein Gebäude unter Schutz zu stellen, das vielleicht gar nicht sanierbar ist", so Neubauer.

Entscheidung erst im Frühjahr
Zudem werde sich Landeskonservator Ronald Gobiet die Pläne der Stadt ansehen, welche wesentlichen Bereiche bei einer Erweiterung und einem Umbau erhalten werden könnten. Doch erst wenn das Gutachten vorliegt - das wird laut Präsidentin im Frühjahr sein - fällt die Entscheidung. Diese kann von einem Totalschutz über eine Teilunterschutzstellung bis zum Status eines nicht schützenswerten Objektes reichen.

Bevölkerung mit Bad verbunden
"Wir wissen, dass das Gebäude, das aus der Nachkriegszeit stammt, aus bauhistorischer Sicht Qualitäten hat", sagte Neubauer. "Es steht aber noch eine Einordnung in den gesamtösterreichischen Stellenwert aus." Gobiet gab zu bedenken, dass von der Bevölkerung ein "Bäderschilling" zum Bau des Salzburger Hallenbades samt angeschlossenem Kurhaus eingehoben worden war. "Das Paracelsusbad hat einen gesellschaftspolitischen Stellenwert und ist ein architekturgeschichtliches Zeugnis."

Ab Jänner kein Schutz mehr
Formal ist das Bad ab 1. Jänner 2010 nicht mehr geschützt. Falls plötzlich die Baumaschinen auffahren würden, könne das Bundesdenkmalamt das Gebäude immer noch wegen "Gefahr in Verzug" unter Schutz stellen, erklärte Neubauer.

Pläne gehen weit auseinander
Für die Erneuerung des "Paracelsusbades" im Andräviertel hat die Stadt Rücklagen in der Höhe von 26 Millionen Euro geparkt. Allerdings sollte diese Summe ursprünglich für das Erlebnisbad im Stadtteil Liefering verwendet werden. Da sich jedoch mehrere tausend Bürger in einer Unterschriftenaktion vor der Gemeinderatswahl am 1. März 2009 für den Erhalt des in den 1950er Jahren errichteten Hallenbades ausgesprochen hatten, und zudem die Wirtschaftskrise die Stadtkasse schmälerte, legte die Politik das seit Jahrzehnten versprochene Erlebnisbad auf Eis.

Eine Arbeitsgruppe der Stadt Salzburg Immobilien GmbH (SIG) legte bereits mehrere Varianten für ein neues Paracelsusbad vor. Während Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) für einen Total-Abriss und Neubau eintritt, sprach sich Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) für eine Sanierung samt Neubau eines zweiten Bades aus.
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