So, 22. April 2018

5 Wochen nach Anschlag

10.04.2018 09:42

Gift-Krimi: Julia Skripal aus der Klinik entlassen

Die vor fünf Wochen bei einem Giftanschlag vergiftete Julia Skripal ist britischen Medienberichten zufolge aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die 33-Jährige war am 4. März gemeinsam mit ihrem Vater, dem früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal, bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury aufgefunden worden.  Auch ihrem 66-jährigen Vater geht es inzwischen deutlich besser. 

Laut BBC und Sky News sei Julia Skrpial an einen sicheren Ort gebracht worden, ihr Vater werde unterdessen nach wie vor im Krankenhaus von Salisbury behandelt. Toxikologen halten bei ihm Spätfolgen wie etwa Organschäden für nicht ausgeschlossen.

Julia Skripal hatte sich am vergangenen Donnerstag erstmals seit dem Attentat in einer Mitteilung öffentlich zu Wort gemeldet und von Fortschritten bei ihrer Genesung berichtet. Das Krankenhaus von Salisbury hatte am Freitag erklärt, der Gesundheitszustand der 33-Jährigen verbessere sich „rasch“.

Fall löste schwere diplomatische Krise aus
Nach Angaben britischer Experten wurden die beiden mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet. Das Nervengift wurde einst von der Sowjetunion hergestellt. London bezichtigt die russische Führung als Drahtzieher des Anschlags. Der Kreml weist das vehement zurück. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus.

Für das britische Militärlabor ist eine russische Herkunft des Nervengifts im Fall Skripal nicht eindeutig nachweisbar. „Wir haben seinen genauen Ursprung nicht identifiziert“, sagte Laborleiter Gary Aitkenhead über die Analyse des Giftes. Die Wissenschaftler des Forschungszentrums des britischen Verteidigungsministeriums hätten aber festgestellt, dass es sich tatsächlich um das Präparat Nowitschok gehandelt habe. Der Kreml forderte am Dienstag eine Entschuldigung Großbritanniens.

Skripal hatte früher für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen Auslandsgeheimdienst MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs kam er 2010 nach Großbritannien, wo er seitdem in Salisbury lebt.

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