So, 19. November 2017

15 Prozent mehr

30.09.2009 11:53

Gewaltiger Ansturm auf die Universität Salzburg

Während die Zahl der Studienanfänger an den übrigen österreichischen Unis im Vergleich zum Vorjahr vorerst stagniert oder nur leicht steigt, erlebt die Universität Salzburg schon jetzt einen regelrechten Ansturm. Die Gesamtzahl der Studenten ist bereits jetzt um rund 15 Prozent höher als im Vorjahr.

Besonders kritisch wird die Lage in der Kommunikationswissenschaft, wo es auf Wunsch der Politik keine Zugangsbeschränkung mehr gibt: Im Vorjahr starteten 240 Anfänger, heuer gibt es hingegen schon rund 500 Anmeldungen.

3.000 Studenten mehr
Wenn Rudolf Mosler, Vizerektor für Lehre, an Inskriptionszahlen denkt, zieht es ihm gleichsam die Sorgenfalten auf die Stirn. Etwa 14.000 Studierende zählte man in den vergangenen Jahren an der Paris Lodron Universität, heuer werden es 16.000 bis 17.000 sein. "Der Zuwachs beträgt zehn bis 20 Prozent, er wird aber eher bei 20 als bei zehn liegen", so Mosler. Und dabei setzt die lange Inskriptionsfrist bis Ende November noch ein weiteres Fragezeichen.

Verdoppelung der Anfänger an der KoWi
An der Kommunikationswissenschaft sind keine Zutrittsbeschränkungen mehr möglich, was zur Verdoppelung der Studienanfänger geführt hat. Um irgendwie einen geregelten Lehrbetrieb zu ermöglichen, müssen daher alle Neulinge in der ersten Hälfte des Wintersemesters zwei Vorlesungen absolvieren. Erst wer diese auch bestanden hat, kann in den normalen Studienbetrieb einsteigen. Als Zugangsbeschränkung sieht Mosler dieses Modell aber nicht, weil keine Zahl festgelegt sei, wie viele die Prüfung bestehen.

Zugangsbeschränkung wird geprüft
Die Uni Salzburg prüfe derzeit, ob sie im kommenden Jahr einen Antrag auf Zugangsbeschränkung an das Ministerium stellen wird (wenn dies alle Unis tun, die Kommunikationswissenschaften anbieten, kann der Minister eine entsprechende Verordnung erlassen). "Wenn die Ressourcen deutlich aufgestockt werden, muss es keine Beschränkung geben. Aber das ist eine politische Entscheidung."

Psychologie siebt aus
Bei der Psychologie wurde heuer wieder mit einem Aufnahmetest ausgesiebt. Von 800 Interessierten haben sich 650 korrekt angemeldet. Zum Test erschienen sind rund 400, die 246 besten erhielten tatsächlich einen Platz. "Eigentlich ist auch das noch viel zu viel, würde man deutsche Lehrverhältnisse heranziehen, dürfte es gerade die Hälfte sein", so der Vizerektor. Wenn demnächst auch das Masterstudium beginnt, "gibt es ein echtes Problem". Denn die Dropout-Quote sei in Psychologie auf 20 Prozent gesunken, was bedeute, dass der überwiegende Teil auch noch den Master machen dürfte.

Eng wird es in Salzburg auch in der Geologie, wahrscheinlich auch in der Politikwissenschaft, der Soziologie und bei den Erziehungswissenschaften.

Viele deutsche Studienanfänger
"Grenzwertig" ist für Mosler auch der Anteil an Studienanfängern aus Deutschland in einzelnen Fächern. In der Psychologie kommen bereits über zwei Drittel aus dem Nachbarland, an der Kommunikationswissenschaft sind es 45 bis 50 Prozent. "Das ist schon sehr, sehr viel." Aber auch hier liege der Ball bei der Politik. Jedenfalls seien die deutschen Studierenden in der Regel sehr gut.

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