So, 25. Februar 2018

Gaffer sind oft im Weg

12.02.2018 09:15

Tiroler Retter: „Schärferes Vorgehen ist nötig"

Schaulustige, die an Unfallstellen lieber mit ihren Handys Fotos machen anstatt zu helfen – passiert zuletzt am Freitag in Wien (http://www.krone.at/1637061), sind für die Blaulichtorganisationen ein immer größeres Problem. Das bestätigen auch die Tiroler Einsatzkräfte. Daher unterstützen sie das geplante schärfere Vorgehen der Regierung.

Es sind Szenen wie diese von Freitag Nachmittag in Wien-Favoriten, die bei der Bevölkerung für Kopfschütteln sorgen: Wie berichtet, brach in der U-Bahn-Station Reumannplatz ein 71-Jähriger zusammen. Bis zu 300 Schaulustige zückten ihr Handy, schossen Fotos und behinderten die Einsatzkräfte. Der Mann starb auf dem Weg ins Krankenhaus.Ähnliche Szenen ereigneten sich auch am 1. November 2012 in Tirol. Ein alkoholisierter Pkw-Lenker (29) prallte am Innsbrucker Südring gegen eine Laterne und verletzte sich schwer. Zahlreiche Schaulustige behinderten die Einsatzkräfte. Ein 21-Jähriger wurde sogar wegen Ordnungsstörung festgenommen und angezeigt.

Strafmandate geplant
Derartigen Vorfällen will die neue Regierung nun den Kampf ansagen. Zunächst gehe es noch um Ermahnung und Schaffung von Bewusstsein. Sollte das nicht klappen, „soll mit Strafmandaten vorgegangen werden“, sagt Innenminister Herbert Kickl. Unterstützung erhält er von FP-Landesparteichef Markus Abwerzger: „Rettungskräfte zu behindern ist kein Kavaliersdelikt.“

"Wir finden uns oft im Internet wieder"
Der Tenor bei den Tiroler Blaulichtorganisationen ist diesbezüglich einstimmig: Strafen sind zu begrüßen, insofern es nicht anders geht. „Schaulustige stehen uns oft vor Ort ja nicht nur im Weg, sondern sie filmen die Einsätze und posten die Aufnahmen im Internet. Die Einsatzkräfte finden sich dann auf diesen Aufnahmen im Netz wieder, die Privatsphäre wird dadurch massiv verletzt. Dagegen sollte vorgegangen werden“, schildert Fritz Eller, Pressesprecher des Roten Kreuzes Tirol. Auch Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl findet, dass die Schaulustigen in die Schranken gewiesen gehören: „Es steht außer Frage, dass Gaffer lästig sind. Sollte es durch diverse Maßnahmen gelingen, jene Personen zu bestrafen, dann ist dies zu begrüßen.“

Gaffer sorgen für Staus
Negative Erfahrungen mit Gaffern macht auch die Polizei immer wieder. „Bei Unfällen auf der Autobahn bleiben Lenker oftmals auf der Gegenfahrbahn stehen, um zu filmen. Das führt zu Verkehrsstaus, die gefährliche Auswirkungen haben können“, sagt Markus Widmann, Leiter der Verkehrsabteilung, und ergänzt: „Es sollte eigentlich jedem bewusst sein, dass er mit einem solchen Verhalten Schaden anrichtet.“

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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