So, 22. April 2018

Prunkvolle Feier

02.02.2018 21:30

Vor 75 Jahren siegte die Rote Armee in Stalingrad

Am 2. Februar 1943 kapitulierte die 6. Armee unter der Führung des deutschen Generalfeldmarschalls Friedrich von Paulus in der Schlacht von Stalingrad. Die erste große Niederlage Hitlerdeutschlands im Zweiten Weltkrieg wird in Russland bis heute als entscheidender Wendepunkt gefeiert. Am Freitag hat das Land mit einer prunkvollen Militärparade den 75. Jahrestag des Sieges im heutigen Wolgograd begangen. Bei klirrender Kälte versammelten sich zahlreiche Menschen in der südrussischen Stadt, um sich die Parade mit 1500 Soldaten, Panzerfahrzeugen und Kampfflugzeugen anzusehen. Präsident Wladimir Putin sagte in einer Rede vor Kriegsveteranen, in der Geschichte der Menschheit habe es "keine andere derartige Schlacht" gegeben.

In der Philharmonie der Stadt an der Wolga nahm der Kremlchef an einem Gedenkkonzert teil. Dort sagte er vor Kriegsveteranen, der "vereinte Widerstand und die Bereitschaft zur Selbstopferung" seien für den Feind "unbesiegbar, unergründlich und fürchterlich" gewesen. Putin, der im März erneut zum Staatschef gewählt werden will, fügte hinzu: "Die Verteidiger von Stalingrad haben uns ein großes Erbe hinterlassen: Liebe zum Vaterland, Bereitschaft, dessen Interessen und Unabhängigkeit zu schützen, und bei jeder Herausforderung stark zu bleiben."

An der Gedenkstätte Mamajew Kurgan legte Putin anschließend einen Kranz nieder. Auf dem Hügel, der im Zweiten Weltkrieg einer der am härtesten umkämpften Punkte der Stadt war, erinnert heute eine 85 Meter hohe Statue an die Schlacht. Auf dem Programm des Präsidenten standen außerdem der Besuch einer Geschichtsausstellung und ein Treffen mit Jugendlichen aus der Stadt.

Erbitterter Kampf um strategisch wichtige Stadt
Der Kampf um Stalingrad gilt als eine der schlimmsten Schlachten der Geschichte: Nachdem die deutsche Luftwaffe Stalingrad im Spätsommer 1942 weitgehend zerstört hatte, lieferten sich Wehrmacht und Rote Armee monatelang erbitterte Straßen- und Häuserkämpfe. Seit Ende November 1941 war die 6. Armee völlig von sowjetischen Truppen eingekesselt. Die meisten eingekesselten Soldaten starben nicht durch Kampfhandlungen, sondern durch Unterernährung und Unterkühlung. Nach amtlichen russischen Angaben starben auf beiden Seiten bis zu zwei Millionen Menschen.

Putin wurde erst nach dem "Großen Vaterländischen Krieg", wie der Zweite Weltkrieg in Russland genannt wird, geboren. Nach eigenen Angaben erzählten seine Eltern aber regelmäßig am Esstisch von ihren Kriegserlebnissen. Wie Putin in Interviews und seiner Biografie berichtete, diente sein Vater Wladimir in einer Sabotageeinheit und wurde bei Leningrad verletzt. Putins Bruder Viktor starb während der Belagerung der Großstadt, seine Mutter überlebte die Blockade nur knapp.

 krone.at
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