Di, 21. November 2017

Großes Jubiläum

15.09.2009 10:08

Vor 100 Jahren präsentierte Einstein seine Theorie

Eine Sternstunde in der Weiterentwicklung der theoretischen Physik hat vor genau 100 Jahren in Salzburg stattgefunden: Anlässlich der 81. Tagung der "Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte" stellte der junge Albert Einstein am 21. September 1909 um 15.00 Uhr die Relativitätstheorie erstmals in einem Vortrag öffentlich vor. Einstein erntete zwar Anerkennung, stieß bei Physikerkollegen wie Max Planck in der anschließenden Diskussion allerdings auf viel Skepsis.

Schauplatz der Präsentation Einsteins war der Turnsaal I der Andräschule in der Stadt Salzburg. In diesen Räumlichkeiten tagte die physikalische Abteilung des Kongresses, zu dem 1.300 Naturwissenschafter, Mediziner und Gelehrte vom 20. bis 24. September 1909 nach Salzburg gekommen waren. Es war die erste Tagung, die der damals 30-jährige Physiker und spätere Nobelpreisträger Albert Einstein besuchte.

Unspektakulärer Titel
"Über die Entwicklung unserer Anschauungen über das Wesen und die Konstitution der Strahlung" lautete der unspektakuläre Titel seines Referats. Darin stellte Einstein erstmals die spezielle Relativitätstheorie und die Quantenhypothese vor und erläuterte die berühmte Formel "Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat". Niemand im Publikum - darunter waren die späteren Nobelpreisträger Max Planck, Johannes Stark, Max Born, Wilhelm Wien und Max Laue - ahnte, dass dieser Vortrag einen Wendepunkt in der Entwicklung der Physik darstellte. Ganz im Gegenteil: Die Kollegenschaft begegnete den Ausführungen Einsteins mit Skepsis und Widerspruch. Der Tagungsband vermerkt, dass unter der Leitung von Max Planck eine lebhafte Diskussion nach dem Vortrag Einsteins entstand.

"Vorlesung in guter Erinnerung"
"In seinem Vortrag ging Einstein nun von seiner Theorie aus und leitete daraus die Gleichung 'Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat' ab. Er zeigt, dass jede Strahlung mit einer trägen Masse verbunden sein muss. Diese beiden Tatsachen waren derart umwerfend neu und überraschend für mich, dass ich die Vorlesung bis auf den heutigen Tag in guter Erinnerung habe", heißt es in einer Biografie der Physikerin Lise Meitner, die damals im Publikum war.

Jubiläumsvorlesung von Anton Zeilinger
Heute erinnert eine Gedenktafel an der Andräschule an den Vortrag. Anlässlich des Jubiläums lädt die Universität Salzburg am 21. September um 19.00 Uhr in der Reihe "Salzburger Vorlesungen" zu einem Vortrag von Univ.-Prof. Anton Zeilinger über Albert Einstein in die Große Aula der Universität.
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