Mo, 28. Mai 2018

Feuer in Australien

13.02.2009 12:03

Erste Anklage gegen mutmaßlichen Brandstifter

Nach den verheerenden Buschbränden in Australien haben die lokalen Behörden von Melbourne nun zum ersten Mal Anklage gegen einen mutmaßlichen Brandstifter erhoben. Ein 39-Jähriger wird dringend verdächtigt, am vergangenen Samstag ein Feuer in seiner Heimatstadt Churchill nördlich von Melbourne gelegt zu haben. Dort kamen 21 Menschen ums Leben. Der Mann kam in Untersuchungshaft. Er sei mental nicht stabil, hieß es.

Indes veröffentlichte die Polizei das Phantombild von einem weiteren mutmaßlichen Brandstifter. Der etwa 20-jährige Mann sei in der Nähe eines der Brände nördlich von Melbourne gesehen worden, teilte die Polizei mit. Die Polizei geht davon aus, das zahlreiche der mehr als 400 Brände in den vergangenen Tagen absichtlich gelegt wurden. Sie hat die Einwohner ermuntert, verdächtiges Verhalten zu melden. Am Donnerstag nahm sie nach Anzeigen zwei Personen fest, ließ sie aber später wieder frei.

"Glutattacke" auf Healesville
Wegen der verheerenden Buschbrände im Südosten Australiens haben die Behörden die Bewohner der Stadt Healesville zu besonderer Vorsicht aufgefordert. Die Stadt sei von einer "Glutattacke" durch den Funkenflug von einem nahen Brandherd bedroht, warnte die Feuerwehr am Freitag. Die Bewohner sollten auf ihren Grundstücken genau nach dem Rechten sehen und jeden Funken sofort auslöschen.

Gefahr noch nicht gebannt
Im am schwersten von den Bränden betroffenen Bundesstaat Victoria, in dem auch Healesville liegt, wüteten am Freitag noch mindestens 21 Brände. Allerdings hatten sinkende Temperaturen und ein abgeschwächter Wind der Feuerwehr am Donnerstag eine Atempause verschafft. Für kommende Woche werden jedoch wieder steigende Temperaturen erwartet, eine neue Hitzewelle könnte zudem Gewitter mit Blitzschlag sich bringen - und damit neue Brandrisiken. Nach Behördenangaben könnte die Zahl der Opfer der Buschbrandkatastrophe auf über 200 steigen.

Koala-Schicksal berührt ganz Australien
Nach dem Trauma der vergangenen Tage waren die Australier am Freitag vom Happy End für die verletzte Koala-Dame Sam besonders gerührt. Sam war durch ein Video auf YouTube weltweit berühmt geworden. Darauf war ein Feuerwehrmann zu sehen, der das ausgelaugte Tier mit verbrannten Füßen am Wegesrand fand und ihm aus einer Wasserflasche zu Trinken gab. Sam wurde in das Tierheim in Rawson gebracht und fand dort einen Verehrer: Koala Bob, der ebenfalls mit Verletzungen an den Füßen gerettet worden war. "Die beiden sind sehr liebevoll miteinander", sagte Tierpflegerin Colleen Wood. "Koalas verstehen sich nicht immer gut, aber diese beiden mögen sich offenbar besonders." Das Paar war aneinander geschmiegt auf einem Foto zu sehen, beide mit rosafarbenen Verbänden an den Füßen.

Enormer Schaden fürs Klima befürchtet
Die Brände haben nach Angaben von Wissenschaftlern enorme Mengen klimaschädlichen Kohlendioxids in die Atmosphäre gebracht. Insgesamt brannten 450.000 Hektar Land mit Büschen und Bäumen ab. Die durch Brände freigesetzte Menge entspricht nach Schätzungen der Experten wahrscheinlich den Industrie-Emissionen eines ganzen Jahres.

Australo-Promis engagieren sich
Die australische Schauspielerin Nicole Kidman und ihr Mann, Country-Sänger Keith Urban, haben eine halbe Million australische Dollar (253.000 Euro) für die Opfer der verheerenden Buschbrände im Südosten des Landes gespendet. Andere australische Hollywood- und Sport-Stars gaben ebenfalls Geld und warben in einer Fernseh-Gala am Donnerstagabend bei ihren Landsleuten um finanzielle Unterstützung für die Betroffenen. Insgesamt seien durch die Fernsehsendung mehr als 20 Millionen australische Dollar zusammengekommen, hieß es auf der Website von "Australia Unites".

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