So, 27. Mai 2018

"Kind des Teufels"

04.10.2008 13:37

Australien: 7-Jähriger richtet Blutbad in Zoo an

Ein siebenjähriger Bub hat in einem Reptilien-Zoo in Australien ein Blutbad unter Tieren angerichtet. Er drang um acht Uhr morgens in das Tiergartengelände ein, warf dort eine Reihe lebender Tiere einem Krokodil zum Fraß vor und erschlug drei Echsen mit einem Stein, darunter sogar einen 20-jährigen Waran. Insgesamt tötete er 13 Tiere, alle warf er ins Gehege des 200-Kilo-Salzwasserkrokodils "Terry", berichtet der bestürzte Zoodirektor Rex Neindorf am Freitag. "Mir wird schlecht, wenn ich mir die Videos unserer Überwachungskameras ansehen muss."

Die Aufnahmen zeigen, wie der Bub am Mittwoch den Sicherheitszaun des Reptilienzentrums in Alice Springs überklettert und rund 30 Minuten lang unter den Tieren des Zoos wütet. Mitarbeiter waren zu dieser Zeit zwar schon anwesend, doch keiner von ihnen hielt sich zu dieser Zeit bei den Gehegen auf.

Seine Miene wirke während der Gewaltorgie über weite Strecken unbeteiligt, meint Neindorf. "Es ist, als ob er ein Spiel spielt." Insgesamt tötete der Bub 13 Tiere. Auch eine Schildkröte und Bartagamen befanden sich unter seinen Opfern. Ein breites Grinsen hatte das "Teufelskind" (O-Ton Neindorf) aufgesetzt, als es ein 1,80 Meter langes Waran-Weibchen, das der Bub zuvor mit Steinbrocken bewusstlos geschlagen hatte, ins Krokodilgehege warf. Das lange, aber relativ dünne Tier - ein sogenannter Spencer-Waran - wurde vom Krokodil mit wenigen Bissen verschlungen "Wir sind entsetzt, dass jemand so etwas tun kann", erklärte der Zoodirektor. "Ich kann es gar nicht glauben, dass ein Siebenjähriger in einer halben Stunde so viel Schaden in unserem Zoo anrichten kann."

Neindorf meint, der Bub hatte Glück, dass er in seinem Blutrausch nicht selbst zum Opfer wurde: "Wenn er nur ein bisschen nach vor gewackelt wäre, hätte ihn Terry (das Krokodil, Anmk.) geschnappt." Der Zoodirektor glaubt, dass sich der Bub vor seinem Einbruch in den Zoo in einem nahegelegenen Park aufgehalten hat. Die Gegend sei ein Treffpunkt für Jugendliche "aus gewissen Milieus". Bereits vor vier Jahren war in den Reptilien-Zoo eingebrochen worden. Opfer war damals Krokodil "Terry", das über Nacht von sechs Jugendlichen vom Zaun aus mit einer Leiter und einem Käscher gequält wurde.

Zoo will Eltern verklagen
Der Bursche ist nach den Gesetzen des australischen Northern Territory strafunmündig. Der Zoo will allerdings die Eltern des Kindes verklagen. Das Sicherheitssystem des Tierparks schlug vermutlich wegen der geringen Größe des Buben nicht an. Neindorf kündigte eine Verschärfung der Sicherheitseinrichtungen an.

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