Fr, 23. Februar 2018

"Hatte Todesangst"

24.09.2008 17:39

Schuldirektor mit Baseballschläger verprügelt

Eine Nachprüfung in "Servierkunde" sollte ein 19-jähriger Schüler Dienstag früh in der Tourismusschule in Krems (Niederösterreich) ablegen. Der junge Mann erschien zwar pünktlich, zum Test trat er jedoch nicht an. Als ihn Direktor Johann Böhm deswegen verwarnte, rastete der Bursche plötzlich aus. Er zog einen Baseball-Schläger aus seiner Sporttasche und prügelte auf den geschockten Pädagogen ein. Am Mittwoch konnte der Schulleiter wieder aus dem Krankenhaus in häusliche Pflege entlassen werden.

"Ich hatte Todesangst", schilderte Direktor Böhm noch im Spital. Der 44-Jährige aus Groß-Siegharts hatte bei dem brutalen Angriff eine Risswunde sowie Prellungen und eine Gehirnerschütterung erlitten und wurde ins Landesklinikum Krems eingeliefert, wo der die Nacht auf Mittwoch zur Beobachtung verbringen musste.

Kurz vor 8.30 Uhr hatte er den 19-Jährigen zur Aussprache in sein Büro gebeten. Der Bursche aus dem Bezirk Krems hatte wieder seinen Prüfungstermin sausen lassen, worauf ihm der Schulleiter ins Gewissen reden wollte. Der zeigte jedoch wenig Einsicht.

Fünfmal auf Direktor eingeschlagen
Schließlich wies Böhm dem Schüler die Tür. Dann lief dieser plötzlich Amok. "Er holte einen Baseball-Schläger aus seiner Tasche und attackierte damit den Direktor", erklärt ein Ermittler. Mindestens fünfmal schlug der Täter auf sein wehrloses Opfer ein, ehe sich Böhm blutüberströmt aus dem Zimmer retten konnte. Auf dem Gang kümmerten sich entsetzte Kollegen um den Verletzten. Andere hinderten den Schüler an der Flucht und alarmierten Rettung sowie Polizei. Der brutale Schläger ließ sich widerstandslos festnehmen.

Auch Messer im Rucksack
Im Verhör gab der 19-Jährige zu, die Attacke geplant zu haben. "Er wollte dem Direktor und einem Lehrer einen Denkzettel verpassen", so ein Beamter: "Der Täter hatte auch ein Küchenmesser in seiner Sporttasche versteckt."

Auffällig war der Jugendliche schon während seiner dreijährigen Ausbildung gewesen. "Es gab öfter Ärger wegen seines Äußeren", heißt es an der Schule. Als er dann bei der Abschlussprüfung im Mai durchfiel, begann der Bursche offenbar, blutige Rachepläne zu schmieden - die er am Dienstag in die Tat umsetzen wollte.

Staatsanwaltschaft stellte Haftantrag
Zeit zum Lernen dürfte der 19-Jährige jetzt genug haben. Er ist im Anschluss an die Befragung in die Justizanstalt Krems eingeliefert worden. Die Staatsanwaltschaft hat einen Haftantrag gestellt. 

Von C. Weisgram, M. Pommer und G. Kargl, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Für den Newsletter anmelden