Mi, 23. Mai 2018

Rede im Bierzelt

17.09.2008 09:33

Beckstein: "Mit zwei Maß kann man noch fahren!"

Eine skandalöse Bemerkung zum Thema Alkohol am Steuer hat den bayrischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein ins Schleudern gebracht. Bei einer Rede in einem Zelt in der Bierstadt Erding sagte der wahlkämpfende Politiker wortwörtlich: "Es ist nicht das Problem, wenn einer eine Maß trinkt oder, wenn er ein paar Stunden da ist, auch zwei." Die deutschen Grünen nützten den fragwürdigen Sager gleich für einen spitzen Konter: Beckstein solle sich ein Alkoholverbot bei Reden überlegen.

Nach dem Zwei-Maß-Ausrutscher räumte Beckstein ein, es habe sich um einen "etwas verunglückten Beitrag" gehandelt. Doch es war zu spät. Die Repliken kamen schon geflogen: Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, bescheinigte dem früheren Innenminister und Chef der bayerischen Verkehrspolizei: "Günther Beckstein hat wohl einen über den Durst getrunken. Zwei Liter Bier überschreiten die Trinkmengenempfehlungen der Weltgesundheitsorganistation um das Dreifache."

Beckstein versuchte sich mit der Erklärung herauszureden, er habe einen Witz über schlechte Schankmoral gemacht. "So wie die meistens eingeschenkt sind, kann man auch mit zwei Maß noch fahren." Er habe keinesfalls dafür werben wollen, sich mit zwei Maß Bier noch ans Steuer zu setzen. "Alkohol im Straßenverkehr darf nicht sein." Beckstein nutzte dabei die Gelegenheit, um die Bürger aufzurufen, mit der U-Bahn zum Münchner Oktoberfest zu fahren.

Wahlpost der falschen Kandidaten augeschickt
Zuvor war der CSU-Landesleitung eine Panne passiert, die den Wahlkampfstrategen schon bei der Wahl 2003 unterlaufen war: Weil Stimmkreisgrenzen und Postleitzahlbezirke nicht übereinstimmen, erhielten Bürger Wahlpost von CSU-Kandidaten, die bei ihnen gar nicht antreten. Becksteins Kommentar: Bei über einer Million Briefen "zwar bedauerlich, aber nicht aufregend".

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