Fr, 24. November 2017

Heftige Unwetter

26.06.2008 17:22

Sturmböen bis zu 108 km/h bei Unwetter im Osten

Während des Halbfinalspiels hat sich am Mittwochabend das Wetter in Wien und Niederösterreich ordentlich ausgetobt: Bis zu 38 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, heftige Sturmböen mit Spitzen von 108 km/h am Stadtrand und rund 4.000 Blitzeinschläge wurden gemessen. In der Bundeshauptstadt musste die Fanzone geräumt werden, da herabstürzende Äste die Besucher hätten verletzen können, hieß es in einer Aussendung der Wiener Berufsfeuerwehr vom Donnerstag.

Gewittrig war es am Mittwoch in ganz Österreich, doch das Zentrum befand sich in Wien und Niederösterreich, erklärte Andreas Frank von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

In der Bundeshauptstadt prasselten 30 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Im niederösterreichischen Stockerau wurden sogar 38 Liter pro Quadratmeter gemessen. Die Windgeschwindigkeit betrug dort 106 km/h. In der Wiener Innenstadt wurden 94 km/h gemessen. Im Burgenland wehte im Vergleich dazu ein "leichtes Lüfterl" von 78 km/h, in Rechnitz regnete es nur sieben Liter.

Tausende Blitze erhellten den Himmel
Es zeichnete sich schon seit längerem ab, dass es "krachen" wird. "In Österreich hat sich eine heiße Luftmasse aufgebaut. Dazu gesellte sich vom Nordwesten her eine Kaltfront. Durch die hohen Temperaturunterschiede ist es zu diesem heftigen Gewitter gekommen", erklärte Frank. Unwetter dieser Art sind übrigens keine Seltenheit: "Am 29. Juni vergangenen Jahres gab es genau so einen Regen und Sturm."

Geblitzt hat es vor allem in Niederösterreich und in Oberösterreich. Dort zählte das Blitzortungssystem Aldis 2.790 beziehungsweise 3.950 Blitze am Mittwochabend. "Für die beiden Bundesländer war das blitztechnisch gesehen der heftigste Tag des heurigen Jahres", resümierte Stefan Sindelar von Aldis.

450 Einsätze für Wiener Feuerwehr
Der Sturm hielt auch die Wiener Berufsfeuerwehr auf Trab. Gegen 21.30 Uhr wurde "erhöhte Einsatzbereitschaft" ausgelöst. Bereits eine Stunde später, gegen 22.15 Uhr halfen sie, die Fanzone zu räumen. "Insgesamt 450 Mal mussten wir wegen umgestürzter Bäume und loser Plakatwände ausrücken", bilanzierte Alexander Markl von der Wiener Berufsfeuerwehr. Die Aufräumarbeiten sind noch immer im Gang.

Bei den Wiener Linien führte das Unwetter zu einigen Störungen. Die Straßenbahn-Linien O, 6, 18, 71, 10A, 26A und 63A waren in unregelmäßigen Intervallen unterwegs. Zum Teil konnten Tram-Garnituren und Busse wegen Ästen auf den Geleisen und der Fahrbahn nicht weiterkommen.

Die Linie U4 musste zwischen Hütteldorf und Meidling wegen Ästen auf den Geleisen eingestellt werden. Auf der restlichen Strecke bis Heiligenstadt verkehrten die Züge in regelmäßigen Abständen. Vom restlichen U-Bahnnetz wurden seitens der Wiener Linien keine Störungen gemeldet.

Sturm fegte auch über Niederösterreich
Auch in den niederösterreichischen Bezirken St. Pölten, Melk, Korneuburg, Mistelbach, Tulln, Baden und Mödling sorgte der heftige Sturm für zahlreiche Einsätze der Feuerwehren. Insbesondere waren Sturm-, aber auch Wasserschäden zu beseitigen. Nach Angaben von Thomas Neuhauser, Sprecher des Landeskommandos, standen rund 2.600 Mann im Einsatz, etwa 200 Feuerwehren mussten ausrücken.

Allein in St. Pölten waren 45 Feuerwehren mit 728 Mann im Einsatz. Wegen des Unwetters wurde der Bezirksführungsstab eingerichtet. In der Landeshauptstadt drohte in der Nähe des Landestheaters eine große Weide umzustürzen. Mit einem 50-Tonnen Kranfahrzeug und zwei Hubrettungsgeräten wurde der Baumwipfel niedergeschnitten. In der Region wurden zudem zahlreiche Keller unter Wasser gesetzt und Straßen vermurt. Die Situation entspannte sich laut Feuerwehr erst gegen 1.00 Uhr.

Die auch für Gänserndorf zuständige Bezirksalarmzentrale Mistelbach sei am späten Abend mit der Bearbeitung von Notrufen "kaum nachgekommen", berichtete Neuhauser weiter. Im Bezirk Melk kam es zu einigen Scheunenbränden. In Nöchling etwa sorgte ein Blitzschlag für Flammen in einem Landwirtschaftsgebäude. 85 Feuerwehrleute verhinderten ein Übergreifen des Feuers auf ein angrenzendes Wohnhaus. Die Schadenssumme beträgt laut Polizei rund 35.000 Euro.

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