Sa, 18. November 2017

Bis zu 40 Jahre Haft

19.06.2008 13:13

Zehn serbische Attentäter verurteilt

Zehn ehemalige serbische Polizei- und Staatsfunktionäre und Angehörige der ehemaligen paramilitärischen Sonderpolizeieinheit "Rote Barette" sind am Donnerstag vor dem Obersten Gericht in Belgrad zu Haftstrafen von bis zu 40 Jahren verurteilt worden. Nach drei annullierten Urteilen im Prozess wegen eines fast neun Jahre zurückliegenden Attentats auf den Chef der Serbischen Erneuerungsbewegung, Vuk Draskovic, und seine Parteikollegen hatte die höchste Gerichtsinstanz im März beschlossen, zum ersten Mal seit 35 Jahren einen Prozess selbst zu führen.

In dem Prozess ging es nicht nur um den Mordversuch an Draskovic, sondern vor allem um den Tod von vier SPO-Funktionären im Oktober 1999, die bei dem als Verkehrsunfall getarnten Anschlag ums Leben kamen. Draskovic, damals führender Oppositionspolitiker, kam mit leichten Verletzungen davon. Der Unfall wurde von einem Lkw verursacht, an dessen Lenkrad ein Angehöriger der berüchtigten „Roten Barette“ saß, die nach dem Mord an Premier Zoran Djindjic im März 2003 aufgelöst wurden.

Nur eine Haftstrafe unter 30 Jahren
Der Hauptorganisator des Attentatsversuchs, der ehemalige Kommandant der „Roten Barette“, Milorad Lukovic alias „Legija“, der im Vorjahr als Organisator des Mordes an Djindjic zu 40 Jahren Haft verurteilt wurde (siehe Foto), erhielt am Donnerstag erneut die höchste Haftstrafe - 40 Jahre, ebenso der ehemalige Chef des früheren serbischen Geheimdienstes SDB (Staatssicherheitsdienst), Rade Markovic. Von vier anderen Angehörigen der "Roten Barette" wurden zwei zu je 40 Jahren Haft, einer zu 35 und einer zu 30 Jahren Haft verurteilt. Der ehemalige serbische Zollchef Mihalj Kertes (ungarisch: Kertész Mihály), der 1999 gefälschte Dokumente für den Lkw ausstellte, kam mit einer eineinhalbjährigen Haftstrafe davon.

Drahtzieher hätte ingesamt 120 Jahre Haft zu verbüßen
Die Verurteilten sind berechtigt, innerhalb von zwei Wochen den Einspruch gegen das heutige Urteil einzulegen. Auch im Fall Djindjic ist das Berufungsverfahren noch im Gang. „Legija“ war aber bereits vor dem Djindjic-Prozess einmal rechtskräftig zu 40 Jahren Haft wegen der Ermordung des ehemaligen serbischen Präsidenten Ivan Stambolic im August 2000 verurteilt worden. Die nunmehr drei Haftstrafen werden nach der geltenden Gesetzeslage nicht summiert, weshalb der ehemalige Angehörige der französischen Fremdenlegion höchstens 40 Jahre im Gefängnis bleiben wird.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden