So, 19. November 2017

Kein neuer Anschlag

09.06.2008 17:31

Staatliches Radio dementiert Berichte über Bombe

Das staatliche algerische Radio hat am Montag Berichte über einen Anschlag auf eine Bushaltestelle im Osten des Landes dementiert. Es habe keinen Anschlag gegeben, hieß es. Aus Sicherheitskreisen war zuvor laut Nachrichtenagentur Reuters verlautet worden, dass bei der Detonation einer Bombe 20 Menschen getötet worden seien. Reuters zog die Meldung daraufhin zurück.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte berichtet, die Bombe sei im rund 120 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier gelegenen Bouira in die Luft gegangen.

Ministerium korrigiert Opfer-Zahl
Das algerische Verteidigungsministerium hat am Montag auch Medienberichte über die Zahl der Toten bei einem Terroranschlag am Sonntag östlich von Algier korrigiert. Es habe am Bahnhof von Beni-Amrane zwei Tote gegeben und nicht 13, erklärte das Ministerium. Die Opfer seien ein Franzose und sein Fahrer.

Die algerische Presse hatte berichtet, bei dem Anschlag auf einen Konvoi des französischen Baukonzerns Razel seien auch elf Polizisten und Zivilschutzmitarbeiter getötet worden. Dies sei falsch, erklärte das Ministerium.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Außenminister Bernard Kouchner verurteilten die Gewalttaten aufs Schärfste. Sarkozy sprach von "barbarischer Gewalt".

Ferngezündeter Sprengsatz
Nach Angaben der Sicherheitskräfte arbeitete der Franzose auf einer Baustelle zur Reparatur des Schienennetzes. Er war mit seinem Fahrer in einem Auto unterwegs, das kurz nach der Ausfahrt von der Baustelle über einen ferngezündeten Sprengsatz fuhr. Der zweite Sprengsatz explodierte den Angaben zufolge, als zahlreiche Menschen, darunter Sicherheitskräfte, den Opfern der ersten Explosion helfen wollten.

In einer Mitteilung an seinen algerischen Kollegen Abdelaziz Bouteflika verurteilte Sarkozy am Sonntagabend die "barbarischen und verblendeten Gewalttaten, unter denen das algerische Volk weiterhin leidet". Sarkozy und Kouchner sicherten Algerien die weitere Unterstützung Frankreichs im Kampf gegen den Terrorismus zu.

Neue Welle der Gewalt
Erst vor wenigen Tagen hatte es in der Region mehrere Anschläge gegeben. Am Mittwoch wurden in einem östlichen Vorort von Algier sechs Menschen verletzt, als sich ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengte. Gleichzeitig detonierte im selben Viertel eine Bombe vor einem Café, mindestens ein Mensch erlitt Verletzungen. Am Donnerstag starben bei einem Anschlag in der Region Boumerdes 50 Kilometer östlich von Algier sechs Soldaten, vier weitere wurden verletzt.

Al-Kaida verantwortlich für Anschläge?
Obwohl sich bislang niemand zu den Anschlägen bekannt hat, deutet vieles auf einen islamistischen Hintergrund hin. Die betroffene Region grenzt an die Kabylei, in der die Organisation Al-Kaida im Maghreb aktiv ist. Bei Lakhdaria waren im September 2007 zwei Franzosen und ein Italiener bei einem Bombenanschlag verletzt worden. Zu dem Anschlag hatte sich der maghrebinische Zweig des internationalen Terrornetzwerks Al-Kaida bekannt.

Seit 1992 sind bis zu 200.000 Menschen durch politisch motivierte Gewalt in Algerien ums Leben gekommen. Auslöser war damals die Annullierung der Parlamentswahl, bei der sich ein Sieg der islamistischen Partei abzeichnete. In der jüngeren Vergangenheit hat sich die Zahl der Anschläge verringert.

Symbolbild

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