So, 17. Dezember 2017

"Strubbelkopf"

07.06.2008 18:30

Minister entschuldigt sich bei ungarischer Kollegin

Der slowakische Außenminister Jan Kubis hat sich bei der ungarischen Außenministerin Kinga Göncz für die jüngsten Äußerungen von Jan Slota, Chef der mitregierenden Slowakischen Nationalpartei (SNS), entschuldigt. Slota hatte Göncz auf einer Pressekonferenz am gestrigen Freitag als "Frau mit Strubbelkopf" bezeichnet, die sich "mehr um ihr Äußeres kümmern" sollte.

Kubis erklärte, "solche Äußerungen gegen eine Politikerin eines Nachbarstaates und gegen eine Frau haben kein Platz in der Politik und repräsentieren nicht die Kultur der slowakischen Nation". Zwischen der Slowakei und Ungarn herrscht Verstimmung insbesondere wegen mehrerer fremdenfeindlicher Äußerungen Slotas.

Staatsgründer "Reiterclown" genannt
Der Nationalist hatte erst jüngst wieder für Aufregung gesorgt, als er die Statue des ersten ungarischen Königs und Staatsgründers, Stephans I. des Heiligen, einen "Reiterclown" nannte. Slota fühlte sich anschließend seinerseits beleidigt durch die Äußerung von Göncz, dass es keinen Unterschied zwischen der SNS und der rechtsextremen "Ungarischen Garde" gebe - außerdem dem Umstand, dass die SNS in der slowakischen Regierung sitze. In beiden Ländern wird die im Vorjahr von der außerparlamentarischen, rechtsextremen Partei Jobbik gegründete "Ungarische Garde" als faschistoide Organisation betrachtet.

Distanzierung gefordert
Wegen der Äußerungen von Slota ist auch das seit langer Zeit geplante Treffen der Ministerpräsidenten Robert Fico und Ferenc Gyurcsany auf Initiative der ungarischen Seite erneut abgesagt worden. Die slowakischen Medien machten darauf aufmerksam, dass immer, wenn sich die slowakisch-ungarischen Beziehungen bessern, Slota erneut Beleidigendes an die Adresse der Ungarn äußere. Von ungarischer Seite wird indes immer wieder bemängelt, dass sich Premier Fico nicht offiziell von den umstrittenen Aussagen seines Koalitionspartners distanziert.

Das Gebiet der Slowakei war mehr als 900 Jahre lang Teil des Ungarischen Königreichs gewesen. Im Land leben rund 500.000 ethnische Ungarn.

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