Sa, 16. Dezember 2017

Bombe im Frühstau

06.06.2008 10:36

21 Tote bei Anschlag auf Linienbus in Colombo

Bei einem Bombenanschlag auf einen voll besetzten Linienbus sind am Freitag in einem Vorort von Colombo, der Hauptstadt von Sri Lanka, mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 50 wurden mit zum Teil schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Laut Polizei war im morgendlichen Berufsverkehr ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz explodiert. Das Verteidigungsministerium machte die tamilische Separatistenorganisation "Befreiungstiger von Tamil Eelam" für die Tat verantwortlich.

Erst am Mittwoch waren bei einem Bombenanschlag auf einen Pendlerzug in Colombo 24 Zivilisten verletzt worden. Ende April starben ebenfalls in Colombo 23 Menschen bei einem Anschlag auf einem Bus. Die tamilischen "Befreiungstiger" kämpfen seit 1983 gegen die Armee des Inselstaates, rund 75.000 Menschen wurden seither getötet. Sie fordern einen eigenen tamilischen Staat im Norden und Osten der Insel.

Die Regierung hatte Mitte Jänner einen 2002 geschlossenen Waffenstillstandsvertrag mit den Tamilen-Rebellen aufgekündigt, der zuletzt immer brüchiger geworden war. Die Armee versucht seitdem, die Separatisten militärisch zu besiegen.

Anfeindungen reichen Jahrhunderte zurück
Im früheren Ceylon, das zunächst von den Portugiesen, dann von den Niederländern und ab Ende des 18. Jahrhunderts von den Briten kolonisiert wurde, stellen die großteils buddhistischen Singhalesen mit mehr als 70 Prozent die größte Bevölkerungsgruppe. Die mehrheitlich hinduistischen Tamilen sind mit 18 Prozent Bevölkerungsanteil die größte Minderheit. Die im 19. Jahrhundert zugewanderten Indien- oder Kandy-Tamilen wurden von den britischen Kolonialherren als Arbeitskräfte auf den Teeplantagen beschäftigt, während die Ceylon-Tamilen vor allem in der Verwaltung eingesetzt und dabei gegenüber den Singhalesen bevorzugt wurden. Nach der Unabhängigkeit des Landes von Großbritannien 1948 führte dies zu starken Antipathien zwischen den Bevölkerungsgruppen.

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