Di, 21. November 2017

Französisches Urteil

29.05.2008 13:43

Ehe wegen fehlender Jungfräulichkeit annulliert

In Frankreich hat ein Gericht eine Ehe für ungültig erklärt, weil die Braut zur Zeit der Hochzeit keine Jungfrau mehr war. Das Gericht in der nordfranzösischen Stadt Lille habe dies im April mit einem "Irrtum über die wesentlichen Qualitäten des Partners" begründet, sagte am Donnerstag Xavier Labbée, der Anwalt des klagenden Mannes.

Die junge Frau hatte ihrem muslimischen Freund gegenüber versichert, noch Jungfrau zu sein. Dieser habe dann erst in der Hochzeitsnacht im Juli 2006 gemerkt, dass ihn seine Angetraute belogen hat. Labbée betonte, die Frage der Religion sei in diesem Fall "nicht wesentlich" gewesen. Es sei um eine Lüge gegangen, sagte der Anwalt.

Der Fall hätte demnach ähnlich gehandhabt werden können, wenn ein Partner vor der Hochzeit verschwiegen hätte, dass er ein verurteilter Straftäter ist oder schon mehrfach verheiratet war. Das Annullierungsverfahren sei in Frankreich selten, aber "nicht vollkommen ungewöhnlich". Im Gegensatz zur Scheidung habe die Heirat damit rechtlich gesehen niemals existiert.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden