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23.10.2026

Krone Extra Tirol

Maschen verbinden Generationen

Jung und Alt greifen immer öfter gemeinsam zu Nadel und Wolle.

Die Anleitung kommt oft aus dem schier endlosen Fundus des Internets. Den besseren Tipp für die Praxis hat manchmal trotzdem die Oma. Foto: stock.adobe.com 

Rechte Masche, linke Masche, feste Masche, Stäbchen: Handarbeiten erlebt seit einigen Jahren ein erstaunliches Comeback. Junge Frauen und zunehmend auch Männer - stricken Pullover, Mützen und Socken oder häkeln Taschen und Decken.

Die Masche geht ins Netz

Die Anleitungen dafür kommen allerdings längst nicht mehr nur aus dem Handarbeitsheft. Instagram, TikTok und YouTube sind voll mit neuen Mustern, Garnen und Ideen. Wer dort einmal nach einem bestimmten Pullover sucht, kann sich schnell von einem Modell zum nächsten klicken. Moderne Designerinnen veröffentlichen ihre Anleitungen digital, Videos helfen bei kniffligen Techniken und in großen Online-Communitys werden fertige Stücke ebenso gezeigt wie missglückte Ärmel. Und dann sitzt man trotz aller digitalen Hilfe plötzlich bei einer Masche fest. Genau hier zeigt sich, wie schön altes und neues Wissen ineinandergreifen können. 

Die Großmutter weiß vielleicht ohne lange Erklärung, wie sich eine verlorene Masche retten lässt oder warum der Rand nicht sauber wird. Die Enkelin wiederum findet neue Schnitte, Garne und Techniken im Netz und zeigt, wie sich eine Anleitung direkt aufs Handy laden lässt. So wird Hand-beide-Arbeit zu einem Austausch in Richtungen. Denn Stricken und Häkeln kennen keine Altersgrenze. Wer gemeinsam über einem Muster grübelt, Wolle aussucht oder findet Maschen zählt, schnell ein Gesprächsthema, auch wenn mehrere Jahrzehnte dazwischenliegen.

Langsam ist wieder schön

Vielleicht liegt darin auch ein Teil der neuen Begeisterung. Vieles lässt sich heute mit einem Klick erledigen. Ein Pullover nicht. Er wächst Reihe für Reihe und braucht Zeit, Aufmerksamkeit und manchmal die Geduld, ein Stück wieder aufzutrennen.

Am Ende entsteht etwas, das niemand genauso im Geschäft kaufen kann. Und gelegentlich steckt in einem selbstgemachten Stück noch etwas anderes: eine Technik, die schon die Großmutter kannte, eine Idee aus dem Internet und ein paar gemeinsam verbrachte Stunden.