Nach den hellen, zurückhaltenden Tönen der vergangenen Jahre werden Wohnräume wieder kräftiger. Burgunder, Rost, Terrakotta, Braun und dunkle Grüntöne gehören zu den Farben, die in diesem Herbst verstärkt auftauchen. Auch warme Gelb- und Beerentöne sind wieder zu sehen. Dabei muss nicht gleich der ganze Raum gestrichen werden: Häufig setzen einzelne Möbel, Teppiche oder Textilien die stärkeren Farbakzente. Die neue Farbigkeit bedeutet allerdings nicht, dass neutrale Töne verschwinden. Creme, Grau und gebrochenes Weiß bleiben als ruhige Basis, werden aber zunehmend mit kräftigeren Farben kombiniert. Das macht Einrichtungen insgesamt weniger kühl und streng als noch bis vor kurzem.
Holz wird wieder dunkler
Auch bei Möbeln zeigt sich ein Wechsel. Neben sehr hellen Hölzern sind wieder dunklere Töne, kräftige Maserungen und warme Holzfarben gefragt. Nussbaum, dunkle Eiche oder gebeiztes Holz bringen mehr Kontrast in den Raum. Dazu kommen Materialien mit spürbarer Struktur: grobe Wolle, Leinen, Keramik, Holz oder Naturstein. Hochglanz und makellos glatte Flächen treten dagegen etwas in den Hintergrund.

Struktur spielt auch bei Stoffen eine größere Rolle. Bouclé, grobe Gewebe und weiche Wollstoffe sorgen dafür, dass Möbel und Accessoires nicht nur über ihre Farbe wirken. Dazu passen Keramik mit unregelmäßigen Oberflächen, geflochtene Elemente oder handwerklich gefertigte Einzelstücke.
Alt und Neu gemischt
Überhaupt wird Wohnen individueller. Statt Einrichtungen wie aus einem Guss werden unterschiedliche Materialien, Epochen und Stile miteinander kombiniert. Ein älterer Holztisch kann neben einer modernen Leuchte stehen, ein Fundstück vom Flohmarkt neben einem neuen Möbel. Auch Stücke mit sichtbaren Gebrauchsspuren müssen nicht mehr versteckt werden.
Vintage und Secondhand passen zu dieser Entwicklung ebenso wie Möbel, die sich schon seit Generationen in Familienbesitz befinden. Entscheidend ist weniger, ob alles aus derselben Serie stammt, sondern ob die einzelnen Stücke miteinander funktionieren. Damit kurzlebige verlieren auch Komplett-Looks etwas an Bedeutung.
Langlebigkeit wird wichtiger
Dazu passt eine weitere Verschiebung: Möbel und vor allem Wohnaccessoires sollen nicht mehr nur für ein oder zwei Saisonen angeschafft werden. Gefragt sind Stücke, die zeitlos sind, von guter Qualität und die sich immer wieder anders kombinieren lassen. Auch in Tirol rückt damit heimisches Handwerk wieder stärker in den Blick, bei dem Material, Verarbeitung und Langlebigkeit seit jeher eine große Rolle spielen. Ein Anspruch, der gut zu einer Entwicklung passt, die zunehmend auf Beständigkeit statt schnelllebige Trends setzt.