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23.10.2026

Krone Extra Tirol

Lust aufs Lernen wecken

Wie bringt man Jugendliche zum Lernen? Vielleicht ist schon die Frage nicht ganz richtig, denn auf Dauer soll der Antrieb von ihnen selbst kommen. Eltern können hier helfen.

Interesse zeigen, unterstützen und Freiraum für Eigeninitiative lassen: Eltern können beim Lernen wichtige Begleiter sein. Foto: John Lee - stock.adobe.com

V iele Eltern kennen die Frage:„Wofür brauche ich das denn?“ Wenn Jugendliche beginnen, Lernen grundsätzlich zu hinterfragen, ist das oft anstrengend. Es ist aber auch Ausdruck einer Entwicklung, die zur Pubertät gehört. Motivation lässt sich dabei nicht einfach verordnen. Und vermutlich wird sich auch kaum jemand aus tiefstem Herzen für jeden Lernstoff begeistern. Entscheidend ist vielmehr, ob Jugendliche zunehmend einen eigenen Grund dafür finden, sich trotzdem damit zu beschäftigen.

Freiraum und Halt

Ein wichtiger Schlüssel ist das Gefühl von Selbstbestimmung. nicht, dass Jugendliche nur noch tun sollen, worauf sie Das bedeutetund Grenzen gerade Lust haben. Eltern können weiterhin Orientierung geben, Erwartungen formulieren setzen. Aber innerhalb dieses Rahmens lässt sich Verantwortung zunehmend abgeben: Wann möchtest du lernen? Wie teilst du dir den Stoff ein? Möchtest du Unterstützung oder probierst du es zunächst selbst?

Forschung zur Motivation zeigt, dass Autonomie dabei nicht mit einem Mangel an Regeln verwechselt werden sollte. Gerade die Verbindung aus verlässlicher Struktur und zunehmender Selbstbestimmung kann Jugendlichen helfen, Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen.

Einen eigenen Sinn finden

Auch das„Wofür?“ verdient eine Antwort, auch wenn esnicht für jedes Schulfach eine spätere berufliche Verwendung geben wird.

Bildung kann Jugendlichen jedoch Möglichkeiten eröffnen. Ihnen zu helfen, das zu verstehen, ist oft der erste wichtige Schlüssel zur sogenannten „intrinsischen Motivation“.

Der Gedanke dahinter ist einfach: Lernen bestimmt nicht, welchen Weg jemand gehen muss. Wissen und Bildung können aber dazu beitragen, mehr Wege zur Auswahl zu haben. Manche entscheiden sich früh für eine Lehre, andere für eine weiterführende Schule. Später Weiterbildungen, können Meisterprüfung, Matura, Studium oder ein Berufswechsel dazukommen.

Für Jugendliche kann dieses Gefühl von eigener Entscheidung bedeutsamer seinals die Aussicht auf die nächste gute Note.

Merken, was man kann

Motivation wächst außerdem leichter, wenn Fortschritt spürbar wird. Wer bei einem schwierigen Thema irgendwann merkt: „Jetzt habe ich es verstanden“, erlebt sich als kompetent. Dieses Kompetenzerleben gilt neben Autonomie und sozialer Verbundenheit als eine wichtige Grundlage selbstbestimmter Motivation.

Eltern müssen deshalb weder jede Motivationskrise lösen noch Begeisterung für jedes Schulfach erzeugen. Sie können aber einen Rahmen schaffen, in dem Jugendliche zunehmend herausfinden dürfen, was sie erreichen möchten, was ihnen wichtig ist und wie sie selbst dorthin kommen.


Nachwuchstalent aus Tirol holt Silber

Foto: skillsaustria
Foto: skillsaustria

Silber für Tirol bei den World Skills in Shanghai: Vincent Track aus Breitenbach am Inn (Bezirk Kufstein) hat bei den Berufsweltmeisterschaften in der Verfahrens- und Prozesstechnik den Vizeweltmeistertitel errungen. Der Mitarbeiter von Novartis in Langkampfen trat in dieser erstmals bei den World Skills ausgetragenen Disziplin an und schaffte auf Anhieb den Sprung auf das Podest. Das Team Austria errang insgesamt vier Silber- und sechs Bronzemedaillen sowie 20 „Medals for Excellence“.