Der Frühling in Tirol ist eine besondere Jahreszeit, in der sich Winter und Sommer auf faszinierende Weise begegnen. Während auf den höheren Bergen noch Schnee liegt, erwacht in den Tälern bereits die Natur: Wiesen werden grün, erste Blumen blühen und die Sonne gewinnt spürbar an Kraft.
Ein besonderes Erlebnis ist das Sonnenskilaufen. Bei milden Temperaturen und oft strahlend blauem Himmel genießen Wintersportler perfekt präparierte Pisten und entspannte Stunden auf sonnigen Terrassen der Berghütten.
Gleichzeitig beginnt in vielen Regionen bereits die Wandersaison. Rund um Innsbruck oder in den Seitentälern laden erste schneefreie Wege zu gemütlichen Touren ein. Besonders beliebt sind Panoramawege, auf denen man den Blick auf schneebedeckte Gipfel genießen kann, während im Tal schon frühlingshafte Temperaturen herrschen. Auch Radfahrer finden im Frühling ideale Bedingungen. Viele Talradwege und erste Trails öffnen wieder und bieten zahlreiche abwechslungsreiche Touren durch Wälder, entlang von Flüssen oder durch idyllische Dörfer.
Neben der Natur hat Tirol auch kulturell viel zu bieten. In Städten wie Innsbruck, Hall in Tirol oder Kufstein locken historische Altstädte, Museen und Frühlingsveranstaltungen. Traditionelle Feste, Konzerte und regionale Märkte geben Einblick in die Tiroler Kultur und machen den Frühling zu einer besonders lebendigen Zeit.
Sonnenskilauf
Wer die Skier für diese Saison bereits eingepackt hat, hat das möglicherweise zu früh getan. Die Tiroler Gletscher und zahlreiche weitere Skigebiete locken auch in den Frühlingsmonaten noch mit der Möglichkeit zum Sonnenskilauf auf die bestens präparierten Pisten. Bei den frühlingshaften Temperaturen kann man manchmal sogar den Anorak gegen ein T-Shirt tauschen, wenn man über den Firnschnee zieht. Ein Fixpunkt am Arlberg, jedoch noch nicht das Ende der Saison, ist „Der Weisse Rausch“, ein legendäres Skirennen, das hunderte Skifans am 18. April noch einmal auf die Pisten bringt. Das Besondere: Mitten im Rennen muss man einen Hang erklimmen, um als Erster über die Ziellinie zu kommen. Wer die Bestzeit schlagen will, sollte seine Skier auch am Ende der Saison noch einmal zum Service bringen...
Kulturelle Höhepunkte

Die Osterzeit in Tirol ist voller gelebter Bräuche: Am Palmsonntag ziehen die Einheimischen mit schön geschmückten Holzlatten durch die Dörfer, am Karfreitag hört man im ganzen Land die „Ratscher“, die mit klappernden HolzKonstrukten die laut einer Legende nach Rom geflogenen Kirchenglocken ersetzen. Eine wichtige kulturelle Institution ist das Osterfestival in Innsbruck und Hall. Zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag gehört das Mehrspartenfestival zum Fixpunkt der österreichischen Kunst- und Kulturwelt. Im April eröffnet das Höfemuseum Kramsach (Bild) wieder seine Pforten. Im Freilichtmuseum befinden sich 37 originale Bauernhöfe, die zum Teil mehrere hundert Jahre alt sind. Neben Einblicken in das bäuerliche Leben der Vergangenheit dürfen die Kleinen am Ostermontag vor Ort Ostereier sammeln...
Besuch in Innsbruck

In der Alpenstadt kann man in kurzer Zeit vieles erleben. Für einen Tagesausflug lohnt sich vormittags ein Erkundungs-Spaziergang durch die Altstadt und ihre bezaubernden Gassen, Geschäfte und kleinen Cafés. Das Schloss Ambras ist ein Prachtbau aus der Renaissancezeit, der Dank der Sammelwut seines ehemaligen Besitzers, Ferdinand II, eine Wunderkammer und zugleich das älteste Museum der Welt birgt. Nach einer Führung durch die Räume kann man den Nachmittag im Schlosspark ausklingen lassen und später noch einen Abstecher in das lebendige Innsbrucker Nachtleben machen...
Wandern und Biken

Im Frühjahr lädt die Natur in Tirol zum Wandern und Biken ein und die Mutigen wagen bereits einen Sprung in einen Bergsee nach einer ergiebigen Tour. Einer der schönsten Fernradwege in den Alpen führt rund 230 Kilometer durch Tirol. Auf dem Innradweg kann man den Verlauf des Flusses begleiten, der der Landeshauptstadt Tirols ihren Namen gegeben hat. Im Schweizer Dorf Maloja - unweit des Platzes, wo der Inn entspringt - startet die Route, die über die Städte und Orte des Tiroler Inntals bis nach Passau führt, wo der Inn wiederum in die Donau mündet. Wer glaubt, dass Radfahren in Tirol nur das Bezwingen von Bergstraßen bedeutet, liegt falsch. Auf der 230 Kilometer langen Strecke von Landeck bis Passau herrscht ein Höhenunterschied von nur 300 Metern. Am Tiroler Teil des Radweges liegen außergewöhnliche Orte und Städte wie Innsbruck, Hall, Schwaz oder Rattenberg, die man sich auf dem Weg nicht entgehen lassen sollte... Thomas Mayer